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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1884-01-01 · 1 (1884) · p. Seite 81

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
11 (1884)
Issue
1 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 81 (sequence 84)
Language
German
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Das Leben und Wirken des Patriarchen Hillel. 81 in einer Zeit des Verfalls, der Corruption und des schrecklichsten Parteihaders, und daher durchzieht seine Sprüche, wie ein rother Faden, die Aufforderung zum Frieden, zur selbstlosen Nächstenliebe und ganz besonders zum Gesetzesstildium. — In der Beschäftigung mit der Lehre, und in der Veredlung der Sitten liegt ihm der Werth des Lebens; in dem Streben nach Wiffen und Weisheit, nach Tugend und Menschenliebe die Berechtigung zum Leben. Sein erstes Wort ist eine Friedensmahnung an sein Volk. Es lautet: ״Sei von den Schülern Ahrons, liebe den Frieden, und strebe nach Frieden! Liebe die Menschen und nähere sie der Lehre'). — Aber Menschen- und Friedenliebe ist ihm nur dann möglich, wenn der Geist erleuchtet, das Gemüth veredelt ist durch das uneigennützige Forscheil in der Gotteslehre. Darum fährt er fort: ״Wer feinen Namen zu erhöhen trachtet, erniedrigt ihn, wer nicht lernt, ist des Todes schuldig, wer nicht zunimmt sin der Lehre) nimmt ab, wer sich der Krone der Lehre bedient, schwindet hin"). — *) 3160t c. l, 12. 3160t di R. Nathan 0. 12, wo dem Ahron Friedensliede zugeschrieben und auf Maleachi 2, 8 hingewiesen wird. s) 3160t c. 1, 13. Diese vier Sätze sind in aramäischer Sprache geschrieden, wie schon in Abot di R. Nathan 0. 12 derichtet — aber nicht der Grund dafür angegeben wird. Die Erklärer versuchen es verschieden zu erklären. Es sei mir gestattet, folgende Vermuthung auszusprechen. Ich glaube, daß Hillel diesen Spruch in der Zeit, als der Essäer Menachem und mit ihm 80 Jünger aus dem Lehrhause schieden, um in den Staatsdienst des Herodes zu treten, (vergl. oben Seite 16) an seine Jünger gerichtet hat, um sie von einem ähnlichen Schritte zurückzuhalten, und derselbe wallte zugleich das Gefährliche des Essäerthums, dessen Veriretcrim Synhedrion Menachem war, kennzeichnen. Deßhalb spricht er, aramäisch, um nur von seinen Schülern, nicht aber vom Volke verstanden zu werden, weil er Denunciation befürchtete. (Vergl. Erech Millin v. Rapoport S. 222. über die Sprache in Palästina, die nicht aramäisch.) Er sagte deßhalb: ״Wer seinen Namen zu erhöhen trachtet, erniedrigt ihn, und wer nicht zulernt,' vergißt das Gelernte" in einem Satze, weil hier bei Menachem und seinem Gesänge beides zusammentraf. Die »ssi 11. 6

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