Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 11 (1884)
- Issue
- 1 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
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80 G. Goitein. die dem Hillel zugeschrieben werden, von Hillel, dem Patriarchen, oder von einem spätem Lehrer, der denselben Namen führte, verfaßt sind. — Eine eigentliche Meinungs- Verschiedenheit zwischen den Erklärern herrscht nur in Betreff der im Tractat Abot o. 11, Mtschna 4, 5, 6 und 7 enthaltenen Sätze. R. Menachem Asarja in seinem Werke ״Maamer-Chikkur-Din" Th. 11 o. 19, behauptet, daß die Mischna 4 enthaltenen Sätze von Hillel, dem Enkel des R. Jehuda Ha-Nasi, der in Pesachim 51 a erwähnt ist, herrühren, und er will daher am Anfänge der Mischna 5 lesen: ״Hillel Ha-Saken sagte rc." Es hättr demnach der Redakteur der Mischna noch die Worte seines Enkels in dieselbe aufgenommen. — Er wird zu dieser Annahme durch die Stellung der Mischna 4, die eigentlich im Kapitel 1, wo die anderen Sprüche von Hillel angeführt sind, stehen sollte, veranlaßt. Aber schon R. Lipman Heller z. St. weist auf Maimonides und ״Raschi" hin, die auch diese Worte dem ersten Hillel zuschreiben; und erklärt derselbe die Stellung der Mischna damit, daß die Traditionskette in Mischna 8 des zweiten Kapitels weitergeführt wird. — Auch Dr. Frankel hat in der Monatsschrift, Jahrg. 1, S. 419 mit Recht geltend gemacht, daß es nach Menachem Asarja in Mischna 4, ebenso wie in Mischna 2, Hillel Beno heißen müßte. Er schreibt diese Sätze, da er sich mit der Erklärung des R. Lipmann Heller nicht zuftieden glebt, dem im vierten Jahrhundert lebenden Patriarchen, Hillel 11, dem ״Kalenderordner" zu. — Jedoch auch diese Ansicht ist sehr unwahrscheinlich, da ja erstens ein Ausspruch des in der Amoräer-Zeit lebenden Lehrers schwerlich in die Mischna-Sammlung ausgenommen worden wäre, und zweitens, da der Satz in Mischna 6 des zweiten Kapitels, in Sukka 53 a' und Abot di R. Nathan o. 12 ausdrücklich dem Hillel ha - Saken zugeschrieben wird, wir uns jedenfalls die Stellung dieser Mischnajot auf eine andere Weise erklären müssen. — Es wird also fast zur Gewißheit, daß Hillel Ha-Saken auch von allen den im zweiten Kapitel erwähnten Sprüchen der Autor ist. — Hillel lebte