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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1884-01-01 · 1 (1884) · p. Seite 65

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
11 (1884)
Issue
1 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 65 (sequence 68)
Language
German
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Das Leben und Wirken des Patriarchen Mel. 65 auf Moses, die Gottesherrlichkeit [שדנה] sich ergieße, dreißig von ihnen sind es werth, daß ihretwegen die Sonne, gleichwie bei Josua, stille stehe, und zwanzig von ihnen waren mittelmäßige Gelehrte"*) Die große Bedeutung der unmittelbaren Schüler Hillels tritt klar zu Tage, wenn wir das unvergängliche Wirken des Jonathan ben Usiel und des R- Jochanan ben Sakkai in den talmudischen Quellen betrachten. Ja, selbst den spätem Epigonen der Hillel'schen Schule, dem eigentlichen ״Beth-Hillel", werden noch im Talmud die seltenen Tugenden ihres ersten Meisters und Begründers zugeschrieben. So wird in Erubin 13 d von ihnen gerühmt, daß ״sie sanft und demuthsvoll waren, und daß sie stets die Worte ihrer Gegner, des Beth-Schammai, vor ihrer eigenen Ansicht anführten". — Und wenn auch an verschiedenen Stellen 2) der talmudischen Litteratur über die vielen Streitigkeiten in religiösen Dingen geklagt wird, die zwischen dem Beth-Schammai und dem Beth-Hillel obwalteten, so geht dennoch aus diesen Stellen mit Evidenz hervor, daß die Meinungsdifferenzen erst in spätem Zeiten entstanden sind, als durch die politischen Wirren der Umgang der Schüler mit ihren Lehrern gestört worden war, und daß zwischen den großen Lehrern, Schammai und Hillel selbst, sowie zwischen ihren unmittelbaren Schülern, den Sikne-Beth-Schammai und den Sikne-Beth-Hillel nur wenige Streitobjecte vorhanden waren. Eine genaue Prüfung der einschlagenden Stellen dürfte diese Ansicht bestätigen. Ganz besonders muß hier der Babli mit dem Jeruschalmi verglichen werden, um das richtige Verständniß dieser Berichte zu gewinnen. Der Bericht des babylonischen Talmuds, der sich an drei verschiedenen Stellen mit einigen unbedeutenden Variationen findet, tautet folgendermaßen: ״Zuerst waren keine Religionsstreitigkeiten in Israel, denn es blieb die ') Diese Stelle ist auch angeführt in dem Sendschreiben Scherira's Ans. — ") Tosifta Ehagiga c. 2, Tosista Synhedrin c. 7 und Synhedrin SSb und Jerus. Chagiga 0. 2, 2. — n. 188*. i

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