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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1884-01-01 · 1 (1884) · p. Seite 60

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
11 (1884)
Issue
1 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 60 (sequence 63)
Language
German
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G. Goitein. 60 der ein Targum zu den Propheten verfaßtes, und der . Jüngste war R. Jochanan b. Sakkai. Sie führten den Namen ״Sikne-Bet-Hillel", nicht zu verwechseln mit dem eigentlichen Bet-Hillel 2). Und in der That war Hillel, wie kein Anderer zum obersten Lehrer in Israel befähigt und berufen, denn er hatte nicht nur den ganzen umfangreichen Inhalt der schriflichen und mündlichen Lehre vollständig in sich aufgenommen und mit seinem genialen Geiste verarbeitet und bereichert, sondern er hatte auch aus dem Borne der profanen Wissenschaft reichlich zu schöpfen verstanden. Sein Wissen in der Philosophie, Philologie und Naturkunde wird sehr gerühmt. Freilich betrieb er diese Wissenschaften nur zum bessern Verständniß und zur Verherrlichung der heiligen Gotteslehre. Die Stelle im kl. Traktat Soferim o. 15,6, die uns dies in verblümter Sprache berichtet, lautet: Man sagte von Hillel, daß er keine ״Worte' der Weisen" s) übrig gelassen, ohne sie zu lernen. Ja er hat auch alle Sprachen und sogar die Gespräche der Berge, Hügel und Thäler, das Gespräch der Bäume und Kräuter, die Sprache der Thiere und des Viehes, das Gespräch der bösen Geister und den Sinn der Sprüche^) verstehen gelernt. Alles hat er durchforscht; und wozu dies? weil geschrieben steht: ״Gott will um seiner Im Jerus. Nedarim c. 5, 6 heißt es: 80״ Paare von Schülern hatte Mel". - 1) Megila 3 a. ־) DaßdieSikne-Bet-Hillel nicht mit dem Bet-Hillel identisch sind, beweist die Stelle Berachot 11a, wo das Bet-Hillel eine Handlung der Sikne-Bet-Hillel als Beweis für seine Ansicht anführt. Vergl. Erubin 13 a und Tosista Rosch-ha-Schanah Ende. ף Wahrscheinlich die Philosophie. — Die Parallelstelle im Juchasin ». y. beginnt mit den Worten: ״Hillel habe keine Weisheit stehen lassen, die er nicht gelernt". — *) Die Sprachen der Berge, Hügel re. verstehn, heißt wohl ihre Eigenschaften kennen, und würde hier die Naturkunde der vier Reiche in geordneter Reihenfolge angegeben sein. Vergl. über den Ausdruck 1. Kön. o. 5, 9—14. — Aehnliches wird aber auch von Hillels Schüler, R. Jochanan ben Sakkai berichtet in Succa 28 a.

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