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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1884-01-01 · 1 (1884) · p. Seite 59

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
11 (1884)
Issue
1 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 59 (sequence 62)
Language
German
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Das Leben und Wirken des Patriarchen Hillel. 59 Wiederbegründer des Gesetzes gestellt werden müsse, ist seine Gründung eines weithin berühmten Lehrhauses, des Bet- Hillel, durch welches das Gesetzesstudium in Palästina erst wieder ermöglicht wurde. Gleich wie Esra (nach Esra 7,10) seinen Sinn darauf gerichtet hatte, ״die Gotteslehre zu erforschen und zu erfüllen, und in Israel Gesetz und Recht zu lehren", so betrachtete auch Hillel sein reiches Wissen nicht als todtes Kapital, sondern verwerthete es zur Erziehung des jüdischen Volkes, zur höheren Ausbildung wißbegieriger Jünglinge seiner Nation 1 2). Sobald Hillel nämlich die Oberleitung des Synedrion übernommen hatte, gründete er eine Schule, um die Reihe der Gesetzeslehrer, die durch die vielfachen Verfolgungen der jüdischen Könige, des Jannai Alexander und des Herodes sehr gelichtet waren, wieder vollzählig zu machen. Achtzig würdige Jünger versammelten sich um den Meisters. Der Aelteste von ihnen war Jonathan ben Usiel, 1) Daß hierin der Schwerpunkt der Hillelschen Thätigkeit zn suchen ist, und daß nur in diesem Sinne der Bericht Succa 20 a das;׳עלה הלל ׳הבבלי ויסדה• aufgefaßt werden kann, beweist der Schlußsatz dieser Stelle, welcher lautet: ״עלה ר׳ חייא רבניו ויסדוה״ In keinem Falle kann dieser Schlußsatz auf eine Neugestaltung der Lehre bezogen werden, da ja damals ein R. Jehuda Ha-Nasi in Palästina wirkte, bei dem erst R. Chija seine Studien machte, sondern nur auf das in Ketubot 103 b von R. Chija Berichtete, wo uns die rührige Thätigkeit zur Gründung von Waisenschulen geschildert wird. Vgl. Juchasin 8. v. Hillel und Raschi z. St. Grätz in seiner Geschichte III S. 210 und Frankel in seiner Hodegetik z. Mischna 20 ff. wollen die große Bedeutung Hillels in dem Aufftellen oder Ausbilden der 7״ Regeln" finden, von welchem uns in Tosifta Synhedrin o. 7 u. a. O. berichtet wird. Nun geht aber aus meiner Darstellurg S. 15 hervor, daß die Deutungsregeln von den Bne Betera gekannt und anerkannt worden find. Bestreiten sie doch nur ihre Anwendbarkeit in dem dort gegebenen Falle und zwar aus gewichtigen Gründen, und macht ihnen ja Hillel das. den Vorwurf, daß sie nur deshalb die Gesetzesbestimmung nicht wußten, weil sie nicht genügend bei Schemata und Abtaljon gelernt haben. — Vergl. das Sendschreiben R. Scheriras Ans., der aus diesen Worten Hillels das Alter der Tradition herleitet. 2) Baba Batra 134 a, Succa 28 a und Ab. di R. Nathan <r. 15.

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