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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1884-01-01 · 1 (1884) · p. Seite 61

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
11 (1884)
Issue
1 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 61 (sequence 64)
Language
German
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Das Leben und Wirken des Patriarchen HWel. 6t Gerechtigkeit willen, daß die Lehre vergrößert und verherrlicht werde" (Jesaja 21). — Auch eine alte Boraitha in Tosifta Sota c. 13 drückt diese geistige Ueberlegenheit Hillels über alle seine Zeitgenossen sehr sinnig folgendermaßen aus: ״Mit dem Tode der letzten Propheten, Haggai, Secharia und Malachi hörte der ״heilige Geist", eigentlich die Inspiration desselben, in Israel auf. Dennoch benutzte man oft das ״Echo der Gottesstimme", (wörtlich: die Tochter der Stimme כת קול). Einst waren die Weisen in das Obergemach des Ben Gorion in Jericho gegangen; da ließ sich eine solche Stimme also vernehmen: Es befindet sich in eurer Mitte ein Mann, der des heiligen Geistes würdig ist, aber seine Zeitgenossen sind dieser besondern Auszeichnung nicht würdig. Da richteten die versammelten Weisen ihre Blicke ans Hillel Ha-Saken rc." — Aber mehr noch als durch sein umfangreiches Wiffen, war Hillel durch seine Lehrmethode und seinen liebevollen Umgang mit den Schülern zum ersten Lehrer in Israel der geeignetste Mann. Selbst die wenigen Berichte, die uns die talmudische Litteratur über seine Lehrweise gegeben, dürften genügen, einen klaren Einblick in seine pädagogische Befähigung zu gewähren und unsere Behauptung zu bestätigen. Hier verdient in erster Linie wieder der Umstand hervorgehoben zu werden, wie bei Hillel Theorie und Praxis in schönster Harmonie mit einander standen. Er hat in Aboth 2,5 den wahren Satz ausgesprochen: ״Der Aufbrausende kann nicht Lehrer sein", und bethätigte ihn, wie uns sein bereits geschilderter Charakter zur Genüge beweist, im vollstem Maße. — Der pädagogische Grundsatz in Proverb. 22,5 ״Erziehe den Knaben nach seiner Weise, (d. h. Erkenne die Eigenthümlichkeit des Knaben", der fast bei den Pädagogen aller Zeiten, von Plato bis auf die neueste Zeit herab, Anerkennung gefunden, wurde von Hillel meisterhaft zur Anwendung gebracht. So wird uns im Jerusch. Nedarim o. 5,6 erzählt, daß er in seinem jüngsten Schüler R. Jochanan ben Sakkai den

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