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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1884-01-01 · 1 (1884) · p. Seite 52

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
11 (1884)
Issue
1 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 52 (sequence 55)
Language
German
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52 G. Goitein. mud (Tosifta Pea c. 4 j. Pea 8, 7 und b. Ketuboth 67b), daß Hillel einem Armen, der der Sohn reicher Eltern war, ein Pferd zur Beschaffung seines Unterhaltes und einen Knecht zur Bedienung geschenkt hat*). — Er wußte auch diesen Wohlthätigkeitssinn seinen Hausleuten einzuprägen, wofür eine Stelle in dem kl. Tractat Derech-Erez c. 6 den deutlichsten Beleg bietet. Einst hatte Hillel einen Gast zu Tische geladen, dem zu Ehren ein größeres Mahl bereitet wurde. Da kam ein Armer, stellte sich an den Eingang seines Hauses und sprach: ״Ich habe heute mein Hochzeitsfest zu feiern und habe auch nicht das Geringste zur Nahrung." Da nahm die Frau Hillel's das ganze fertige Mahl, gab es dem Armen, — und knetete für sich anderes Mehl und kochte andere Gerichte. Als nun die Speisen später als gewöhnlich auf den Tisch kamen, sprach Hillel: ״Meine Tochter! Warum hast Du uns nicht zur bestimmten Zeit die Speisen gebracht?" Sie erzählte ihm hierauf das Vorgesallene. Da sagte er: ״Ich habe von vorn herein das das Beste vermuthet und wußte, daß Du Alles, was Du gethan hast, nur zu Ehren Gottes tEjateft * 2)." — Werden nun so die Bescheidenheit, Menschenfreundlichkeit und Wohlthätigkeit Hillels, diese natürlichen Schößlinge der Menschenliebe, an vielen Stellen mit so überschwänglichen Ausdrücken geschildert, so verdient auch ein anderer Charakterzug desselben Erwähnung, nämlich sein unerschütterliches Gottvertrauen. Hillel, so berichtet der Talmud Berachoth 60 a, war einst, von der Reise zurückkehrend, in die Nähe seines Wohnortes gekommen, als ein Klagegeschrei aus der Stadt vernehmbar wurde. Er aber sprach ganz ruhig: ״Ich bin überzeugt, daß dies nicht in meinem Hause ist;" denn auf ihn, fügt der Talmud hinzu, lasten sich mit Recht die Worte des Psalmisten anwenden: ״Er fürchtet sich nicht vor einer bösen Nachricht, sein Herz ist fest, vertrauend auf Gott" 3). (Psalm J) Die Lesarten schwanken zwischen נתן und לקח. — 2) Es ist dies ein Spruch des Josua den Perachjah Abot 1,6. ') Griitz in seiner Geschichte der Juden M. S. LOS, will das

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