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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1884-01-01 · 1 (1884) · p. Seite 53

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
11 (1884)
Issue
1 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 53 (sequence 56)
Language
German
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Das Leben und Wirken des Patriarchen Hillel. 53 112, 7). — Dieser Charakterzug des Hillel zeigt sich auch an einer anderen Stelle, in welcher eine Eigenthümlichkeit desselben im Gegensätze zu Schammai hervorgehoben wird. Schammai aß die ganze Woche ״zu Ehren des Sabbath", denn fand er, wenn auch am Anfang der Woche, ein gutes Stück Schlachtvieh, so verwahrte er es auf den Sabbath. Fand er dann später ein besseres, so verwahrte er dieses, und verzehrte jenes an den Wochentagen. Hillel hingegen hatte darin eine andere Gewohnheit, denn alle seine Handlungen waren zu Ehren Gottes und er sagte mit dem Psalmisten: ״Gelobt sei Gott Tag für Tag, für die Nahrungsspende an jedem Tage"'). (Beza 16 a und Scheeltot di R. Achai Gaon). — Es kann uns also durchaus nicht Wunder nehmen, wenn selbst ein Herodes, der in tyrannischem Uebermuthe kein Ansehen der Person achtete, und gegen alle seine Unterthanen, ja gegen seine eigenen Familienglieder bis zum Wahnwitz mißtrauisch war, die Charaktergröße des Pharisäers Hillel anstaunte, und ihm sammt seinen Genossen (wahrscheinlich den 80 Jüngern) den Eid der Treue erließ, den er im 17 Jahre seiner Regierung vom ganzen jüdischen Volke forderte, wie uns Flavius Josephus in seinen Alterth. XV. 10, 4 berichtet 2). — Gottvertrauen in dieser Stelle auf die Hausleute des Hillel bezogen wissen. Der Schluß dieser Stelle, wo auf Hillel der Psalmvers angewendet wird, spricht gegen diese Auffassung. ') Raschi j. Stelle.?) Die in Jos. Alterth. XV, 10,4 erwähnten Pollion und Sameas sind, wie uns die chronologische Notiz in Sabb. 15 a beweist, unstreitig Hillel und Schammai. — Es ist aber auch möglich, daß die in Jos. Alterth. XV, 1,1 erwähnten Pollion und Sameas, die zur Uebergabe der Stadt an Herodes gerathen haben, gleichfalls Hillel und Schammai sind, wie es der Pseudo-Joseph., genannt Jofippon, und Juchafin annehmen, denn es wird ja im Joseph, nicht berichtet, daß dieselben damals Synhedrialpräsid enten, oder auch nur Synhedristen gewesen sind; sie werden nur deshalb zusammen erwähnt, weil, wie Jos. ibid. berichtet, Sameas der Schüler von Pollion war. Sie waren

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