Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 11 (1884)
- Issue
- 1 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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40 Dr. Rawitzki. Nun, ich stelle dem Necensenten die Gegenfrage, ob er wirklich glaubt, daß, wenn die Mischnah die lebende Frucht im Mutterleibe zu zerstückeln gestattet, daß dies also von einem Sachverständigen gemacht wird, als ob die Embryotomie eine Kleinigkeit und nicht vielmehr eine Operation wäre, bei der eine geschickte und nicht ungeübte Hand nothwendig ist, um nicht dabei die mütterlichen Weichtheile zu verletzen! Ferner selbst zugegeben, wie der Recensent meint, daß die Mischnah die Vorschrift ertheilen wollte für die Fälle, in denen es Niemand wagt, Beide, Mutter und Kind, in die größte Lebensgefahr zu bringen (dafür aber Beide dem sichern Tode preisgiebt durch das Nichteingreifen!!), dann hätte die Mischnah, wenn der Kaiserschnitt ihr bekannt gewesen wäre, sowohl in der סיפא, als auch in der רישא sagen müssen: man zerstückelt die Frucht resp. man rührt sie nicht an, wenn der Kaiserschnitt, gleichviel aus welchem Grunde, nicht gemacht werden kann; es hätte also etwa heißen müssen: מחתגין את הוולד במיעיה ומוציאין אותו איכרים איכרים אם הולד אינו יכול?1היות יוצא דופן וכוי.*) 6) Zunächst will ich hier erwähnen, daß die Anmerkung Steinschneiders in meiner Arbeit selbst zu meinem Beweise aus Tractat Arachin 7a, daß er nämlich auf sprachliches Bedenken stößt, meiner Meinung nach unzutreffend ist. Denn wenn J. D. Kaiserschnitt, also eine Operation ist, dann hätte Samuel viel einfacher sagen können: מביאין סכין לעשות את הולד יוצא דופן. Der Recensent aber hat durch seinen Eiuwand wiederum merken lassen, daß er von der Operation des Kaiserschnittes keine richtige Vorstellung besitzt. Er findet nämlich meinen Beweis unbegreiflich, indem er sich ausdrückt: ״Wer sagt denn dem Verfasser, daß er (Samuel) von ״Joze *) Der Verfasser hat nicht beachtet, daß die Mischna nicht aus einer Zeit und nicht von einem Tanna herrührt und mag man zur Zeit des Tanna dieser Mischna den Kaiserschnitt nicht gekannt haben. Nebrigens braucht nicht einmal dies zugegeben werden, da es die Mischna als selbstverständlich voravssetzcn kann, daß man, wenn möglich, Mutter und Kind retten muß. Anmerkung der Red.