Mannheim
Compact Memory

Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1884-01-01 · 1 (1884) · p. Seite 29

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
11 (1884)
Issue
1 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 29 (sequence 32)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2572068-2572085-2572086--2037-2574183
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Bemerkungen zur Kritik de« Misch««. hohes Ansehen genoffen, den Namen מכילתא דר ישמעאל (die kanonische Sammlung des R. Jsmael) erhielten. Möglich, daß der Name מכילתא aus Palästina stammt, wo alle Midraschim sowohl des R. Jsmael als des R. Akiba so genannt wurden (vgl. Wajikra rabba o. III); in Babylonien jedoch war für die Akibaffchen Midraschim bereits der Name ספרא und ספרי gebräuchlich geworden, als der Name מכילתא dort zur Geltung kam; dieser Name wurde daher nur den Jsmael'schen Midraschim beigelegt. 26) Daß nun unsere Mechilta zu Exod. ein Produkt der Jsmaelffchen Schule ist, kann kaum bezweifelt werden, wie dies bereits Friedmann in der Einleitung zu derselben bewiesen und durch die dort oft vorkommenden Controversen zwischen R. Josia und R. Jonathan sogleich zu erkennen ist. Anders ist es mit unserem Sifre. Im Sifte zu Deuteronomium ist zunächst das Fehlen von Controversen zwischen R. Josia und R. Jonathan zu beachten. Ja der Name R. Jonathan wird blos zweimal in Halacha- Sätzen (214) und einmal in einer hagadischen Erzählung (80) erwähnt, wo die LA. nicht einmal sicher ist. R. Josia kommt ebenfalls dreimal vor (33,218,355); doch sind zwei Stellen nur agadische Aussprüche. Dazu fällt uns besonders auf, daß eine auf Deut. 22, 9 Bezug habende Controverse des R. Josia und R. Jonathan, die im Jerusch. Kilajim VIII, 31b citirt wird, wobei der Ausspruch des R. Josia auch im babylonischen Talmud mehrmals als normgebend hervorgehoben wird (vgl. Berachot 22 s u. Parallelst.) an der betreffenden Stelle im Sifre merkwürdiger Weise nicht zu finden ist. Diese Momente bestimmen uns zu der Annahme, daß unser Sifre zu Deuteron, der Akibaffchen Schule angehört.') Andererseits aber sind da auch Lehren vorhanden, die 1) Dafür spricht auch Sanhedrin 41a, wo der Talmud einen MN דבי ר׳ ישמעאל und einen תנא דבי רני citirt; erster« findet sich im Sifre zu Num. 113, letzterer im S. zu Deut. 242. Auch werden manche תנא דבי ר ישמעאל im Sifre zu Deut, vermißt z. B. Tabbat 151 b Pesachim 35 a, Taanit 6 a u. a.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.