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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1884-01-01 · 1 (1884) · p. Seite 27

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
11 (1884)
Issue
1 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 27 (sequence 30)
Language
German
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Bemerkungen zur Kritik der Mischna. 27 Betreffs der Bedeutung des Wortes מכילתא oder 1טדות) glauben wir, daß es dem griechischen xa»0vse Plur. von xdw» entspricht, »v bedeutet ursprünglich: Stab, Meßruthe; übertragen heißt es aber: Gesetz, Regel, Norm. Ebenso ist das Wort מ1ה (aram. מכלא), das ursprünglich ״Maaß" bedeutet, von unsern Weisen zur Bezeichnung von ״Regel, Gesetz, Richtschnur" augewendet worden, daher die פדות שהתורה נדרשת בהן «nd die Bezeichnung der Halachot als פדות. Sowie aber ferner der Plur. xavove? die Sammlungen der als klassisch anerkannten Schriftsteller (bei den K. S. ״die kanonischen Bücher der Bibel") bezeichnete, so verstanden auch die Amoräer (Anfangs wohl nur die palästinensischen, später auch die babylonischen) unter מכילתא eine schriftliche Sammlung von Traditionslehren, Halachot oder Midraschim, aus der tannaitischen Zeit, die für klassisch oder kanonisch gehalten wurden; daher der Name מכילתא für verschiedene Sammlungen, die nicht bereits aus verschiedenen Gründen einen anderen Namen erhalten hatten. Mechilta, oder Mechilata bedeutet demnach ungefähr so viel wie ״kanonische Sammlung." — Es wird uns jedoch nöthig sein, vor Beendigung der Besprechung der Mechilta, auch den dritten halachischen Midrasch, den Sifre, ins Auge zu fassen. 25) Der Name ממרי kommt oft im Talmud lieben ממרא vor und nach Sanhedr. 86 a ist: סתם ספרי ר שמעון אליבא דר״ע Es kommt aber die dort im Namen des Sifre citirte Stelle in unserem Sifre nicht vor, woraus allein schon zu schließen wäre, daß der Sifre des Talmuds nicht identisch mit unserem Sifre sei 2). — Der Name ספר* דבי רב kommt nicht im Talmud, sondern nur bei Alfasi, Aruch und Raschi vor; da- J) Es würde zu weit führen, alle bisherigen, unbefriedigenden Deutungen hier anzuführen. ‘2) Zwar ist in Joma -ti!1 auch eine Sifta-Stelle citirt, die in unseren Ausgaben des Sifra nicht steht; allein andererseits sind im Talmud wieder so viele Stellen als Sifra citirt, die in unserem Sifra wirklich vorgefunden werden, daß an der Identität unseres Sifra mit dem talmudischen nicht gezweifelt werden kann (Friedmann l. v. S. 1k).

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