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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1884-01-01 · 1 (1884) · p. Seite 7

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
11 (1884)
Issue
1 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 7 (sequence 10)
Language
German
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Das Leven und Wirken des Patriarchen Mel. 1 waren Brüder; Hillel beschäftigte sich mit der Thora, Schebna trieb Handel. Nachdem Beide das Ziel ihres Strebens erreicht, sprach dieser jtt jenem: ״Komm laß uns theilen"; da ließ sich eine öffentliche Stimme vernehmen: ״Und gäbe Einer all sein Vermögen für die Liebe, man würde ihn verachten." Man erkennt hier auf den ersten Blick, daß der Bruder des Hillel getadelt wird, weil er nicht für ein sorgenfreies Studium desselben die Mittel gewährte; und es erscheint dieser Tadel erst dann gerechtfertigt, wenn dem jungen Hillel die elterliche Hülfe fehlte»). Ueber sein Knaben- und Jünglingsalter ist keine Nachricht auf uns gekommen. Aber das Leben und Streben eines unter solch ungünstigen Verhältniffen nach Wiffen ringenden Jüngers ist wohl zu allen Zeiten dasselbe gewesen. Erst im rüstigen Mannesalter wird er uns vorgeführt, und da lernen wir seinen Drang nach Wahrheit bewundern, denn er verläßt noch im vierzigsten Jahre ohne Mittel sein Heimatland und geht, um die größten Lehrer seines Volkes zu hören, mit seiner Familie einer unsichern Zukunft entgegen. Wir begleiten ihn gern nach dem Ziele seiner Reise und hören von seinen dortigen Erlebniffen. Um jedoch einen Einblick in die Art und Weise seines Studiums zu gewinnen, genügt eine Nachricht aus dem Talmud, der ihn bei dieser Gelegenheit als Ideal und Musterbild allen Gesetzesforschern vorhält. Diese Stelle in Joma 35 k lautet: ״Wenn dereinst der Vater der Menschheit zu Gerichte sitzt über den Armen, der das Gesetzesstudium, diese höchste und heiligste Pflicht im Judenthume, vernachläßigt hat, und dieser zu seiner Entschuldigung die Worte spricht: ״Ich bin ja arm gewesen und hatte vollauf mit der Be- ף Grätz schreibt in seiner Geschichte der Juden HI S. 207: ״Obwohl von hoher Herkunft, soll er in dürftigen Verhältnissen gelebt und von seinem reichen Bruder Schebnah unterstützt worden sein", und verweist in der Anmerkung auf die von uns angeführte Stelle in Sota 21a. Offenbar hat derselbe irrthümlich diese Stelle das stritte Gegentheil von dem sagen lassen, was sie berichten will.

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