Mannheim
Compact Memory

Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1884-01-01 · 1 (1884) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
11 (1884)
Issue
1 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 5 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2572068-2572085-2572086--2013-2574159
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Das Leben und Wirken des Patriarchen Hillel. 5 studium auch für seine Hausleute sorgen sehen. — Sein Geburtsjahr läßt sich aus zwei getrennten Nachrichten mit einiger Genauigkeit bestimmen. Die genannte Sifri-Stelle lautet ausführlich folgendermaßen: ״Moses war einer der Vier, die 120 Jahre alt geworden sind. Moses, Hillel, R. Jochanan b. Sakkai und R. Akiba u. s. w. ״Hillel kam von Babel als 40 jähriger, bediente die Weisen 40 Jahre und leitete das jüdische Volk 40 Jahre". (הלל עלה מבבל בן מ׳ שנה ושימש חכמים מ׳ שנה וסירנס את ישראל מ׳ שנה). Vergleichen wir damit die kurze, aber so überaus wichtige Notiz über die Patriarchen aus dem Hillel'schen Hause in Sabbath 15 a, die da lautet: ״Hillel und Simon, Gamliel und Simon haben das Nasiat 100 Jahre vor der Tempelzerstörung inne gehabt", so ergiebt sich daraus, daß er im letzten Decennium des zweiten Jahrhunderts d. g. Z. das Licht der Welt erblickte. — Er war aus altadeliger Familie und führte seinen Stammbaum mütterlicherseits bis auf David zurück. Im Jeruschalmi Taanith C. 4 sagt Levi, daß man Negaim c. 1. u. R. Abraham ben David zum Sifri Ans. erklären, daß Hillel deshalb aus Babel kam, weil die ,,Bne-Betera״ seiner bedurften, da ja dann das וקיבל ההלכה unverständlich bliebe, außerdem aber Hillel aus Babel kam und bei Schemaja und Abtaljon lernte, wie wir aus Joma 35 b wissen, also in einer Zeit, wo die Bne-Betera noch nicht äls Synedrialhäupter fungirten, u. endlich dieselbe Stelle in Pesikta sutra (verfaßt v. R. Tobia b. Clieser aus Mainz am Anfänge des 12. I.) unsere Meinung, die auch schon manche spätere Erklärer haben, schlagend beweist, denn dort schließt der angeführte Satz folgendermaßen: ״Und auf einen Solchen hat Salomo wohl die Worte bezogen: Wenn du sie (die Weisheit) wie Silber suchst und wie Schätze sie erstrebst״ rc. (Proverbia 2,4.5). Diese Schlußbemerkung will offenbar das eifrige Streben Hillels nach Weisheit hervorheben, was nur dann am Platze ist, wenn uns früher berichtet worden, daß Hillel vom Streben nach Weisheit getrieben, nach Palästina auswanderte. Ganz ungerechtfertigt ist die Erklärung der Worte וקיבל ההלכה v. Geiger in s. ,,Zeitschr. f. Wissensch. u. Leben״ im 2. I., denn die Erklärung des Wortes הלכה mit ״Oberleitung״ des Gesetzes ist an den vielen Stellen, wo dies Wort in der talmudischen Literatur vorkommt, eine Unmöglichkeit. Auch spricht die kleine Pesikta gegen seine Erklärung.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.