Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 11 (1884)
- Issue
- 1 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 7)
- Language
- German
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4 G. Gott ein. seinem berühmten Sendschreiben (S. 14) von der Gründung eines Gotteshauses unter Jechonjah zu erzählen, welches von Steinen des Heiligthumes in Palästina erbaut worden sein soll, und er berichtet, daß bis zur Erbauung des zweiten Tempels auch oberste Lehrer von Hochschulen (ראשי מתיבתא) in Babel fungirten, und daß später auch Exilsfürsten gewählt wurden'). So viel steht allerdings nach diesen und sonstigen Berichten fest, daß das Gesetzesstudium seit der Zeit des ersten Exils in Babylon eine große Pflege geftmden hat, wie dies ja auch die Männer beweisen, die von Zeit zu Zeit von da nach Palästina gewandert sind und dort das Licht der Lehre neu angezündet haben. Wir erinnern nur an Esra, Hillel, Nathan Ha-Babli, R. Chija und seine Söhne. Da hatte Hillel unstreitig seine ersten bedeutenden Studien gemacht^), und von da trieb ihn sein Wissensdrang nach Palästina, um zu den Füßen der Cynedrialhäupter Schemajah unb Abtaljon zu sitzen und aus ihrem Munde die Bestätigung seiner eigenen Forschungen zu erhalten * *). Doch geschah diese Auswanderung erst im reiferen Mannesalter, wie uns am Ende des Sifri erzählt wird, daß Hillel als 40 jähriger aus Babel kam und 40 Jahre ״die Weisen bediente", was, wenn auch als runde Zahl aufgefaßt, doch auf ein vorgerücktes Alter schließen läßt. Das Gleiche erhellt aus Babli Joma (35 b), wo wir ihn neben dem Gesetzes- ג) Siehe darüber Ausführliches in der «Cultur- und Literatur- Geschichte der ׳Juden in Asien״ von Dr. Julius Fürst. *) Es geht dies aus der von uns citirten Sifrestelle auf S. 5 mit Evidenz hervor, wenn wir die Parallelstellen Rosch-Ha-Schana 31 b u. die Pesikta sutra damit vergleichen, denn dort wird von R. Jochanan ben Sakkai u. R. Akiba berichtet, daß ste erst zu 40 Jahren das Studium begannen, während es von Hillel heißt, ושימש חכמים משנה. Jedenfalls ist dort R. Jochanan b. Sakkai ein Fehler, — s. auch Jalkut z. St. 3) Nur dies scheint uns die richtige Erklärung des Berichtes im Jer. Pesach. c. 6. zu sein, der da lautet: ״Um dreier Dinge willen kam Hillel aus Babel rc. Cr hatte geforscht, war von der Wahrheit seiner Forschung überzeugt, kam herauf und empfing dieselbe Tradition—.״ ודרש והסכים ועלה וקיבל ההלכה; nicht aber wie R. Simson z. Traet.