Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 10 (1883)
- Issue
- 1 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 139)
- Language
- German
- Belongs to
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136 M. Lerner. mälich sich' steigernde Macht und die endgültige Herrschaft des pharisäischen Prinzips. Als ein besonders wichtiges Moment des pharisäischen Prinzips wird der Tempel als centrales Heiligthum Israels und die mit ihm verbundenen Opfer als Darbringung der jüdischen Gesammtheit hervorgehoben, auf die M. T. einen außerordentlichen Accent legt. Das Ereigniß, welches zur Sammlung der M. T. den Anstoß gegeben, muß selbstverständlich derart gewesen sein, daß es selbst nicht nur durch einen gewöhnlichen, sondern durch einen hervorragenden (דלא לטססד) Gedenktag in M. T. gefeiert wird, eine Voraussetzung, der weder Graetz noch Schmilg gerecht werden. Nach dem Dorausgeschickten kommt noch hinzu, daß dieses ursächliche Ereigniß zum pharisäischen Prinzip überhaupt besonders mit der Hoheit des Tempelsund in engem Zusammenhang gestanden. Alle diese Bedingungen erfüllt aber vortrefflich das Ereigniß, welches M. T. Nr. 26 feiert, die Nachricht von dem Tode Caligula^s, durch die dem ganz Israel empörenden Befehl, das kaiserliche Standbild im Tempel aufzustellen, keine **) Folge gegeben wurde. ד Nach Philo (Legatio 8 42) hat Ealigula die Kolloffalbildsäule in Rom ansertigrn lassen, damit sie zu Schiff nach Jerusalem tranS« portirt «erde. Das Scholion spricht bloß von Bildern, die Cajus zu dem gwrcke geschickt, damit sie im Tempel ausgestellt «erden (vgl. Bellum II, 10: ließ sein Heer mit den Bildsäulen zu Ptolemais). Demgemäß erklärt er auch di« «uffchrist der M. T.: נטילת עבידתא mit נטלו את הצלמים ודורו א1תם Das Standbild wunde zerstört. Der Bericht der Dosestar ״Simon Justus habe gehört: Zerstört ist das Standdild, daS der Feind in den Tempel zu bringen besohlen, Caligula ist ermordet, seine Besehl« find ausgehoben. Dies habe er in aramäischer Sprache gehört" läßt sich seinem Kern nach ausdie im Scholion erzählte Troprede zurückführen, mit welcher Simon I. gleich beim Eintreffen des kaiserlichen Befehls dem verzagten Bolle Vertrauen u. Hoffnung einflößte. Die Gewißheit, mit der er von der Erfolglosigkeit d«S tyrantschen Befehls sprach, schien auf eine göttl. Mitttheilung hinzudeuten. Rach b. Sota 3Sa> muß Simon diese Gottesstimme gleich am Beginn der Begebenheit »ernommm haben, nach der Tosest« hingegen,