Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 10 (1883)
- Issue
- 1 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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D. Hoffmann. 57 Abot die Männer der כנה״ג mit den Häuptern der Gerusia identificirt. Allerdings wird man uns entgegenhalten, daß die Anzahl der Mitglieder beider Institute nach dem Talmud nicht übereiustimmt, da die Gerusia ebenso wie das Synedriou nach der im Talmud geltenden Norm aus 71 Männern bestehen mußte, die כגה״ג aber 120 Mitglieder gehabt haben soll. Allein es könnte gerade durch die größere Anzahl der Mitglieder die ältere Gerusia sich von dem spätern Synedrion unterschieden haben. Es mag auch die כנה״ג aus der Gerusia von 72 Mitgliedern (vgl. Mischna Sebachim 1,3) und den beiden kleinern Gerichtshösen am Eingänge des Tempelberges und des Vorhofes') (M. Sanhedriu 11,2) zusammengesetzt gedacht worden sein. Jetzt bleibt uns noch übrig, die Frage nach der Bedeutung des Ausdruckes כנסת הגדולה zu beantworten. Wird es sich finden, daß dieser Ausdruck durch seine Bedeutung bei den alten Mischna-Lehrern zur Bezeichnung der alten Gerusia angemessen war, so werde», alle Gründe dafür sprechen, die כנה״ג mit dem obersten Gerichtshof für identisch zu erklären. Nun ist es sicher, daß das spätere Synedriou noch zur Zeit des Tempelbestandes in aramäischer Sprache כנישתא genanut wurde. Der Grundtext der ״Megillat Taanit," die nach Uebereiustimmung aller Geschichtsforscher noch vor der Zerstörung des zweiten Tempels schriftlich ausgezeichnet wurde, nennt so das Synedriou, indem es (c. 10) berichtet: בעשרים ושמנה יתיבא כנישתא על דינא . Man mag den Satz wie immer erklären, so viel steht fest, daß,' unter כנישתא hier nur das Synedriou verstanden fein kann. Daher haben die Tannaiten das mit dem aramäischen כנישתא gleichbedeutende hebräische עדה als ״Sanhedriu" erklärt. So mehlt Sifra zu Lev. 4,13, das עדת ׳שהאל in diesem Verse bezeichne ״das große Syn- 1) Die kleineren Gerichtshöfe bestanden zwar nur aus je 23 Mitgliedern; doch war in jedem nach Tosesta Sanhedrin c. 7 Ans. ein der nicht unter den 23 war, vgl. Tosafot Sanhedr. 16b v. אחד. Damit erklärt sich auch die Zahl 72 in M. Sebachim I, 3. r"■ I . ,