Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 10 (1883)
- Issue
- 1 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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Recensionen. Die Saabjanische Uebersetzuug des Hohen Liedes in's Arabische von Adalbert Merx. Heidelberg (Winter) 1882. Die Methode der rationellen Bibelerklärung unter den Juden beginnt mit dem berühmten Schul-Oberhaupte Saadja Gaon, welcher ihr für mehrere Jahrhunderte den Stempel seines Geistes aufgedrückt hat. Denn nicht allein, daß seine Bibelübersetzungen und Erklärungen im Mittelalter größtentheils als maßgebend angesehen wurden, es theilte sich vielmehr seine Erklärungs- Methode den ihm folgenden grammatischen Autoritäten mit, welche zum größten Theile seinem bahnbrechenden Genius mit hoher Begeisterung Heeresfolge leisteten. Allerdings geschah dies nicht in blinder Ergebenheit und Glaubseligkeit, sondern es trat darin zu Tage, daß die meisten arabisch geschriebenen Bibelübersetzungen — ich meine einzelner Theile der Bibel — auch die in der Polyglotte nicht ausgenommen, nicht nur Anlehnungen an ihn aufweisen, sondern oft nur Ueberarbeitungen seines Originals sind, ausgesührt entsprechend der individuellen Anlage und Auffaffungskraft der Ueberarbeiter. Treffen wir daher die arabische Uebersetzung eines Bibelstückes an, welche viele Ansichten, die von Saadja überliefert find, aufweist, so müssen wir, wenn Saadja als Autor nicht direkt genannt ist, noch andere Beweise an der Hand haben, als solche, die sich durch Citate einzelner Vorübersetzungen uns darbieten, um den betreffenden Text ihm zuschreiben zu können. Tauchen nun gar noch Differenzen mit als saadjanisch verbürgten Erklärungen auf, so können die anderen Materialien nur noch höchstens darthun, daß wir eine fremde Bearbeitnng des saadjanischen Textes vor uns haben, und das ist es, was ich besonders hervorhebe bei der Beurtheilung der Merx'schen Behauptung, daß der von ihm edirte und uns vorliegende Text einer arabischen Uebersetzung des Hohen Liedes eine Originalarbeit Saadja's wäre. Ich will mich nun bemühen, dem Gedankengange des Verf. zu folgen und will ihm natürlich gern zugeben, daß Saadja der bevorzugte Autor zu sein wohl das Recht haben könnte. Doch nun kommen wir zu den eigentlichen Beweisen, welche fast alle darin bestehen sollen, daß die Eigenthümlichkeiten, welche Gesenius als Saadja angehörig bezeichnet hat, auch in diesem Texte sich 1883. I. 3