Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 10 (1883)
- Issue
- 1 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Das stellvertretende Sühne-Leiden. 15 tion (Anfang des Buches Esra und Ende der Chronik) auf solchen von Gott erhaltenen Befehl. Auch die Verse von 10b bis zum Ende des Kapitels enthalten eine solche שמועה, und auf diese Offenbarung werden die Völker nach der Erfüllung, nach erfolgter Wiederherstellung Israels Bezug nehmend, fragen: Wer hat unserer Offenbarung Glauben geschenkt? Das ואשר לא שמעו am Schluffe des vorigen Kapitels ist nicht in Widerspruch mit dieser שמועה, da es nur besagt, daß sie v o r der jetzigen Offenbarung von einem derartig auffallenden Schicksalswechsel niemals gehört hatten, vgl. C. 64, 3. — Mit Unrecht vermißt Nägelsbach das Wort בנו nach ״ :מיwer von uns?" Denn nicht an Alle, nicht an diejenigen Völker wird die Offenbarung gerichtet, die sich ungläubig zu ihr verhalten. Dagegen hat, wie eben erwähnt, bereits einweltbeherrschendes Volk, das persische allerdings an die Verkündigung geglaubt, und ein solches muß man sich wohl zu den Ungläubigen redend vorstellen. - Die zweite Vershälfte ״und über wem hat sich Gottes Arm offenbart?" ist nicht nach Luzzatto und Anderen ironisch auf das schwache Reis Israel zu beziehen, an dessen Wachsthum sich Gott so wunderbar erwiesen habe. Vielmehr wird gefragt, welches von den anderen Völkern während dieser wunderbaren Entwicklung Gottes Arm, Seine Allmacht erkannt habe. Die Präposition על anstatt אל nach נגלה deutet darauf, daß ihnen auch jedes entfernte Verständniß des göttlichen Waltens gefehlt habe. Für die in der Lebensfähigkeit des schwächlichen Reises sich offenbarende (זרוע הי) göttliche Allmacht hat ihnen jeder Sinn gefehlt. V. 11. Das im vorigen Verse erwähnte Verlangen Gottes, das durch Seinen Knecht erfüllt wird, ist die Einkehr der Völker zur wahren Gottesverehrung. An diesem Erfolge seiner Lebensarbeit wird der treue Knecht sich ״satt sehen" (יראה ישבע analog אבל ושבע). Da die Völker nach C. 2, 3. 4 und C. 11, 3 ff. seine Belehrung und seine Entscheidung einholen, wird er Gelegenheit haben, den Gerechten als gerecht zu erkennen, seine. Gerechtigkeit anzuerkennen (vgl. Deut. 25, 1) und sich über dieselbe zu freuen, weil (vgl. V. 5) nunmehr doch durch seine Gesellschaft ihnen Heilung von sittlichen Gebrechen zutheil gewor-