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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1883-01-01 · 1 (1883) · p. Seite 5

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
10 (1883)
Issue
1 (1883)
Date
1883-01-01
Page
Seite 5 (sequence 8)
Language
German
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Das stellvertretende Sühne-Leiden. 5 opfer machest^. Diese Uebersetzung, die sich bei manchen Erklärern (z. B. Hitzig und Nägelsbach) findet, ist wohl richtiger, als die von alten (Raschi, Kimchi u. A.) und neueren Erkll. (Gesenius, Knobel u. A.) gegebene Deutung: Wenn seine Seele sich als Schuldopfer hingeben wird. Denn hierbei wäre die Bezeichnung des Gottesknechtes durch ״seine Seele" ebenso anstößig, wie der kaum zu rechtfertigende absolute Gebrauch von שיים אשם ohne weitere Angäbe des Zuopfernden und wie der reflexive Gebrauch von שיים im Kal. — Aber während die zuerst genannten Erklärer ganz außerhalb jeden Zusammenhanges Gott für das angeredete Subject von תשים nehmen, ist dieses vielmehr in jedem der sich gegenseitig anredenden Völker zu suchen. — Zum richtigen Verständnisse unserer Stelle sind die Stellen Jerein. 2,3 und Jes. 66,20 heranzuziehen. Aus elfterer ist zu ersehen, daß Israel Gottes Heiligthum sei und Alle, die es verzehren, eine Verschuldung (אשם) an Heiligem begehen. Solche Verschuldung zu sühnen, müssen die Sünder nach der Gesetzesbestimmung Levit. 5, IS. 16 außer einem thierischen Schuldopfer zunächst und zuerst das Verzehrte, den angerichteten Schaden ersetzen. Die Ersatzleistung ist die Vorbedingung jeder Sühne, jeder erstrebten Vergebung. Solchen Ersatz zu leisten und sich für die an dem Gottesknechte verübten Gewaltthätigkeiten Verzeihung zu erwirken, sollen auch die Völker den Mißhandelten wiederherstellen und seinem Herrn und Eigenthümer zurückbringen. Wie Jesai. 66, 20 verheißen wird, die Völker werden Gott sein Volk Israel als eine מנחה, als eine Huldigungsgabe zuführen, so werden sie laut unserer Stelle einander auffordern, dieselbe Wiederherstellung des Gottesknechtes als Schuldopfer, als sühnende Erstattung eines am Heiligen begangenen Raubes zu vollbringen. Wenn solche Ersatzleistung stattfinde, besagt der Nachsatz, werde sie nicht vergeblich und bedeutungslos sein; denn Israel habe noch soviel unverbrauchte Lebenskraft in sich, daß es noch lange Zeit, viele Geschlechter hindurch als Volk fortdauern und die ihm von Gott verliehene Aufgabe erfüllen könne (im Gegensätze zu den Vv. 3 u. 4, laut deren es früher ein gottverlaffenes, dem Untergange anheimfallendes Volk zu sein schien). —

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