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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 167

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 167 (sequence 170)
Language
German
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Zur talmudischen Lexikographie. 167 ter sogar schon eine Handschrift entschied, wenn sie nur aus Frankreich stammte. Denn je näher der Abfassungszeit und der Heimath des Commentators, desto sicherer durfte man sein, Raschi's eigene, auch endgültig letzte Erklärung vor sich zu haben. So erwähnen Raschi's eigenhändige Emendationen die Schitta's zu Baba Kamma 16, Tosafot zu Kidduschin 26b, zu Erubin 50, zu Cholin 137 b. Auf Raschi's Autograph berufen sich (außer den bei Zunz, Raschi S, 367 angeführten Stellen) Tosafot zu Aboda Sara 56, zu Sabbat 116 b (die dort angeführte Correctur hat auch Raschi wirklich zu Sabbat 149, nicht aber zu ebendas. 116 b), zu Erubin 17 a (ebendas. 94 muß לחיו für לחייו gelesen werden), zu Ketubot 78 a, vgl. hierzu Sefer hajaschar § 59, wo diese Lesart verworfen wird, während in den gesammelten Schitta's noch andere Lesarten aus פירושים ישנים lind מהדורות angeführt werden, von denen aber keine mit der Lesart in unseren Ausgaben übereinstimmt. R. Simson, Groß- Vater des R. Simson aus Sens (vgl. Zunz, zur Gesch. u. Literatur S. 75) in Sefer hajaschar § 586 (s. a. Kerem Chemed Band 7, S. 21) bestätigt eine Lesart mit der Versicherung: "ימים nr ״אמנם אתי מכתיבת רבינו שלמה הועתקה. In Or Sarua I, S. 29 beruft sich der Schreiber bei der Mittheilung einer Lesart in Raschi's Commentar zu Nasir*) auf Exemplare ״geschrieben von seiner (Raschi's) heiligen Hand" und führt zugleich näher an, in welcher Weise Raschi selbst die erste Erklärung beseitigt und eine zweite an den Rand gesetzt habe, die eben auch in unseren Ausgaben zu lesen ist. — Auf ein aus Trotzes stammendes Exemplar beruft sich der Schreiber in Sefer hajaschar Z 568. Auf die Lesart in einem von französischer Hand geschrie- *) Der TalmudCommentar zu Nasir wird demnach Raschi angehören; s. dagegen Responsen Chajim Jair Bacharach's Nr. 11 und Zunz, Raschi S. 368. Wir haben aber aus handschriftlichen Bemerkungen zu diesem Commentar, die wir aus Jerusalem erhielten und die in der neuesten Talmud- Ausgabe (Wilna bei Ronrm) zum Abdruck gelangen werden, die Ueberzeugung gewonnen, daß der Grundstock des Commentars Raschi selbst angehöre, die in unseren Ausgaben enthaltene Recension aber Vieles aus dem Commentar R. Jehuda b. Natan ausgenommen habe. Ein gleiches Verhältniß scheint bei dem Raschi-Commentar zum Perek Chelek obzuwalten.

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