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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 166

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 166 (sequence 169)
Language
German
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16« Berliner gleichen " Wenn wir auch gegenwärtig nicht die Absicht haben, die Berechtigung für eine solche Annahme erschöpfend zu prüfen, so halten wir es doch für angemessen, bei dieser Gelegenheit hierauf einmal näher einzugehen. Es ist leicht denkbar, daß ein so großartig angelegtes Werk, wie der bisher unübertroffen gebliebene Commentar Raschi's zum Talmud ist, nicht gleich als ״ganz vollendet" (vgl. Zunz, Raschi S. 324) aus der Hand seines Schöpfers hervorgegangen ist, daß vielmehr der Autor sehr oft Gelegenheit genommen hat, die bessernde und berichtigende Hand daran zu legen. Indem Raschi neben den Arbeiten der Geonim vorzüglich die des Rab. Gerschom, unmittelbar in dessen geschriebenen Commentarien, mittelbar in den von seinen Lehrern, welche Schüler Gerschom's waren, empfangenen mündlichen oder Vorgefundenen schriftlichen Erläuterungen benutzte, war er in Folge der in den Lehrhäusern gepflogenen Diskussionen über diese oder jene Materie oder auch in Folge schriftlicher Anfragen und Erörterungen nicht selten genöthigt, in seinen Commentarien Aenderungen vorzunehmen, von denen nicht immer auch Diejenigen Kenntniß erhalten hatten, welche sich bereits im Besitze einer Abschrift des Commentars, in der noch die erste Lesart war, befanden. Denn Raschi's Commentare, in ihrer Anlage und Tendenz von denen Gerschom's grundverschieden, jene mehr für die Schüler zum selbstständigen Studium, diese mehr zur Unterstützung des Lehrers in seinem Vortrage bestimmt (daher meistens nur fragmentarisch gearbeitet), fanden bald eine günstigere Aufnahme und raschere Verbreitung und verdrängten fast ganz die etwa ein halbes Jahrhundert vorher entstandenen Commentare Gerschom's. So wird man bei den Wandelungen, welche die Commentare noch bei Lebzeiten des Verfaffers erfahren hatten, immerhin auch an die vielfachen Wanderungen denken müssen, welche die Arbeiten Raschi's so schnell genommen haben. Es ist daher erklärlich, daß man später bei der Prüfung einer entsprechenden Lesart, die man nunmehr als aus der ersten oder zweiten Recension stammend bezeichnet«, in erster Reihe die Handschrift als maßgebend ansah, die von Raschi selbst herrührte, in zweiter Reihe erst die Handschrift galt, die sich aus Trohes, der Lehrstätte Raschi's, herdatirte, noch spä-

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