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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 165

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 165 (sequence 168)
Language
German
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Zur talmudischm Lexikographie. 165 mentare des Rab. Chananel bekannt gewesen sein und er hätte wohl noch Veranlassung nehmen können, manche Lücken in seinen Erläuterungen nach ihnen auszufüllen. Die Commentare Chananels und der Aruch sind, wie erweislich, erst den Enkeln Raschi's, dem Raschbam und dem Rab. Tam, bekannt geworden. Es standen Raschi selbst die Commentare der Geonim, wie die des Nabbenu Gerschom eben so zu Gebote wie dem Verfasser des Aruch. Die Commeniare des Rab. Gerschom, welche der neuen Wilnaer Talmud-Ausgabe beigedruckt sind, lassen fast auf jeder Seite deutlich erkennen, wie Beide wörtlich daraus entnommen haben, sehr oft ohne diese Quellen zu nennen. Worin sie sonst noch übereinstimmen, mag aus zusammengetragenen Commentarien stammen, wie sie im Lehrhause zu Mainz, wie in dem zu Rom aufbewahrt wurden. Jene kennt der Verfasser des Aruch und führt sie als פירוש ממצא an; diese werden als רומיים von den Schülern und Nachfolgern Raschi's erwähnt und benutzt, wie wir in! Pletat-Soferim S. 8 und Note 6 näher nachgewiesen haben. Wir wollen hierbei nicht unerwähnt lasten, daß ein Jeder, der sich in das Schriftthum Raschi's versenkt hat unb den inner» Gang kennt, den dieses genommen hat, nicht so ohne Weiteres alle mit מצאתי oder לישנא אחרינא kennbar gemachte Erklärungen auf die Rechnung Raschi's bringeil und als zur 2ten Recension gehörig bezeichnen wird. Man wird vielmehr an die Schüler Raschi's zu denken haben, die, nachdem ihnen der literarische Nachlaß Raschi's zugefallen war, denselben mit ihren eigenen Zusätzen und Ergänzungen versehen haben. Seitdem in den, einer jünger« Recension ungehörigen Tosafot zll Aboda Sarah, nämlich Bl. 61, 62 b, 64 b, 65, von frü- Heren und späteren Arbeiten Raschi's (אחרונים und פירושים ראשונים) die Rede ist, Bezallel Aschkenasi in den gesammelten Schitta's abweichende Lesarten als aus der ersten oder zweiten Arbeit Raschi's stammend anführt, weitlälifigere Erklärungen gewöhnlich als aus dem ersten Entwürfe bezeichnet, Asulai in Schem Ha-Gedolim sogar von drei verschiedenen Umarbeitungen der Raschi - Commentarien spricht, hat man sich zu leicht daran gewöhnt, jede Differenz init der Annahme ״Dies gehöre der ersten. Jenes der zweiten Arbeit Raschi's an, ohne Weiteres auszu-

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