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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 164

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 164 (sequence 167)
Language
German
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164 Berliner K. identificirt mit völliger Sicherheit diesen Salomo b. Isaak mit Raschi, wobei ihm allerdings die Schwierigkeiten entgangen sind, welche Halberstam im Magazin, Jahrg. 1. S. 7 einer solchen Behauptung entgegenstellt und welche diesen vermuthen lassen, daß an einen Salomo b. Isaak in Rom, welcher ein Neffe des R. Natan gewesen, nicht aber an unfern Raschi in Frankreich gedacht werden müsse. In der That sind alle anderen Beweise, welche K. noch darlegt, ganz unhaltbar. Denn was das Citat im Raschi- Commentar zum Traktat Sabbat Bl. 13 (מצאתי בספר הערוך) betrifft, so ist bereits von uns zuerst im Pletat Soferim S. 47 Anm. 5 die Vermuthung ausgedrückt worden, daß dieses Citat aus dem Aruch eine Glosse sei, was wir später im Magazin, Jahrg. I. S. 16 als vollständig bestätigt nachgewiesen haben. Denn dieses Citat, welches die 5 anderen Parallelstellen ohnehin nicht kennen, fehlt in einer sehr alten Raschi-Handschrift der Vatikana, auch in Handschriften der Derossiana und in Paris, gänzlich. Auf einen andern Hinweis, nämlich auf den En Jacob zu Berachot 28b, wo es im Raschi-Commentar ובערוך פירש heißt, brauchen wir wohl nicht näher einzugehen, da schon das einleitende לישנא אחרינא den spätern Zusatz vermuthen läßt. Aber auch die 70 Stellen, welche K. gesammelt hat, um darzuthun, wie so oft theilweise oder ganz die Erklärung Raschi's mit der im Aruch übereinstimmt, beweisen durchaus nicht, daß Ersterer dieses Werk als Quelle benutzt habe. Auch was K. (S. XXIII) als eineil bedeutungsvollen Grundsatz hinstellt, daß nämlich Raschi in seinem spätern Lebensalter den 1101*) vollendeten Aruch, vielleicht durch Vermittelung des R. Kalonymos, welcher von Rom nach Mainz kam, erhalten und bei der zweiten Revision seiner Commentare benutzt habe, so daß die mit מצאתי gezeichneten Nachträge von Raschi selbst erfolgt seien, entbehrt einer sichern Begründung. Wenn Raschi den Aruch vor sich gehabt hätte, so würden ihm auch mittelbar die Coin- *) Rappoport's Berechnung gegenüber (Biographie R. Natan's Note 59) muß noch immer festgehalten werden, daß in allen Handschriften, die wir gesehen, wie in der 6ä. xr. das Jahr.תתפ״ד, also 1105 (das Jahr, in welchem Raschi starb) als das Datum für die Vollendung des Aruch angegeben ist.

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