Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 9 (1882)
- Issue
- 1 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 153)
- Language
- German
- Belongs to
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150 W. Feilchenfeld Das Eisen eintrieben Einer nach dem Andern hin, und als noch drei Ellen abzubrechen waren, da rief eine Stimme, Einer rief Laut dem Andern zu, daß die Eisenspitze im Felsen abweiche auf der rechten Seite der das Gestein Durchbohrenden. Und Am Tage des Durchbruches schlugen die Steinhauer Einer gegen den Andern Eisen auf Eisen, und es lief Das Wasser von der Quelle zum Teiche zwölfhundert Ellen. Hundert Ellen aber war die Höhe des Felsens über dem Haupte der Steinhauer." Mit der letzten Angabe soll wohl gesagt sein, daß das Wasser bis zur Stelle seines Austrittes aus dem Gestein (also über dem Haupte der Steinhauer) ein Gefälle von hundert Ellen habe. Zu der Vergleichung der zwölfhundert Ellen (S. 266) mit der wirklichen Länge des Kanals möchte ich, da diese sich um 49 Meter kleiner erweist, daran erinnern, daß für profane Messungen die in Mischnah Kelim Abschnitt 17 §. 10 erwähnte kleine Elle gebraucht sein dürfte. Diese hatte nur fünf Handbreiten oder zwanzig Daumenbreiten. Zuletzt möchte ich gegen die auch von Hrn. Prof. Kautzsch (D. P.Z., S. 271) für die Anlage des Tunnels concedirte Datirung aus der Regierungszeit Chiskiahs den Einwand erheben, daß der nach 2 Kön. 20, 20 von Chiskia in die Stadt geleitete Quell nach der Parallelstelle 2 Chron. 32, 30 der in den w e st - l i ch e n Theil Jerusalems, in die D a v i d s st a d t (Zion) geleitete Gichon war, also nach einem dem Siloahteiche gerade entgegengesetzten Theile der Stadt seinen Abfluß erhielt. Außerdem müßte wohl des bevorstehenden Entscheidungskanipfes in der Inschrift Erwähnung gethan werden, wenn selbst zugegeben würde, daß Chiskiah in seiner Bedrängniß Zeit gehabt, einen langen Steintunnel zu bauen. Endlich erschien uns oben die Annahme einer zufälligen Entstehung des Wasserdurchbruches der einer absichtlichen Anlage vorzuziehen. Posen, Ende November 1881. vr. W. Feilchenfeld.