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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 148

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 148 (sequence 151)
Language
German
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148 W.'Feilchenfeld den Menschenhänden entstanden, aber nicht durch solche gemacht. Ein solcher Zufall wäre allerdings merkwürdig und der Aufzeichnung für die Nachwelt Werth. Nun, es mögen wohl Steinhauer daran gewesen sein, Mit ihren Eisen große Felsblöcke von dem Berge loszuschlagen. Die Alten 'verwendeten solche Steine von vielen Ellen Länge zu ihren cyclopischen Bauten, und in der noch jetzt erhaltenen westlichen Tempelmauer sind nach Berichten der Reisenden Steine von 16 Fuß, einzelne von 30 Fuß Länge erhalten. Solche Blöcke werden in der Schrift 2 Kön. 6, 7 אבן שלמה מטע genannt, und Kohelet 10, 9 מסיע אבנים יעצב בם erinnert an das mühevolle Geschäft des Steinarbeiters. — Als die Steinhauer noch drei Ellen Gestein loszu hauen hatten, erzählt unsere Inschrift, — die einzelnen Arbeiter trieben ihre Eisen gegen einander ein, d. h. von entgegengesetzten Enden Lerselben Felswandseite, — da bemerkte Einer derselben, daß sein Eisen unerwartet in eine Vertiefung des Gesteins eindrang, und theilte diese Wahrnehmung seinen Gefährten mit. Als bann die Arbeiter mit ihren Eisen zusammentrafen, und das Felsstück losgesprengt ward, da trat die Quelle zu Tage, die sich nach dem Teiche ergoß. Aber wie so war dieses Gewässer in der unmittelbaren Umgebung der Stadt bis zum Tage seines Durchbruchs unbekannt, im Berge verborgen geblieben? wohin hatte es früher seinen Abfluß? — Herr Baurath Schick hat nach dem Berichte des Hrn. Lic. Guthe S. 118 u. 119 d. D. I. V. Z. bei einer Untersuchung des ober» Teiches gefunden, daß dessen ״Ausfluß nur eine kurze Strecke südwärts taufe, dann sich ostwärts wende und in einen andern Kanal ausmünde, welcher von Norden kommend, das Wasser südwärts, dem Thale zu weiter führt." Diesen zweiten, durch Stein und Geröll verschütteten Kanal ließ Herr Schick reinigen, um dem Wasser, welches an der Inschrift vorbeistoß und deren Untersuchung erschwerte, einen andern Abfluß zu geden. Der gesuchte (zweite) Kanal ward gefunden, und in diesem eine nach aufwärts (zur Quelle) führende Felsentreppe. Liegt da die Annahme fern, daß die Steinhauer bei ihren Arbeiten absichtslos den bis jetzt verschütteten Ka-

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