Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 9 (1882)
- Issue
- 1 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 149)
- Language
- German
- Belongs to
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146 W. Feilchenfeld Es sei mir gestattet, theils zur Lesung des Textes, theils zur Erläuterung des Inhalts wie zur Datirung der Inschrift hier einige Bemerkungen zu veröffentlichen. ״Alles wäre vielleicht klar," bemerkt Prof. Kautzsch S. 266, ״wenn man dem verzweifelten זרה (in Z. 3) beikommen könnte. Die Lesung ist absolut sicher, und vorher und nachher steht deutlich ein Trennungspunkt u. s. w." Ich erlaube mir zu bemerken, daß das vorhergehende Wort היה in prosaischer Rede ebenfalls sehr ungewöhnlich wäre, und erinnere daran, daß nach Versicherang des Herrn Guthe (S. 254) zwischen den beiden Worten noch ein Zeichen gestanden habe, durch die angewandte Salzsäure undeutlicher geworden sei, aber nachher noch große Aehnlichkeit mit einem Resch habe. Auf der Zeichnung des Hrn. Guthe jedoch ist dies Zeichen noch zu erkennen, und kann es sehr wohl für ein epigraphisches Dalet angesehen werden. Könnte nun der mittelste Buchstabe des räthselhaften Wortes זרה nicht ein Resch darstellen, zumal derselbe auf der Zeichnung rechts eine Verlängerung nach unten zeigt, wie solche bei dem Dalet der ersten Zeile nicht erkennbar? Dann hätten wir die Legende: כי היתד יתד — .זרה בצר מים bedeutet einen Nagel, einen Pflock, Deuter. 23, 14 einen Spaten, jedenfalls ein spitzes, auch zum Graben geeignetes Instrument, vielleicht hier einen Meißel oder die Spitze eines größern Instruments. — Das Zeitw. זור bedeutet ursprünglich: sich entfernen, abweichen, vergl. Psalm 78, 30, Hiob 19, 13 mit מן verbunden; es ist synonym mit ם1ד. Damit gewinnen wir die Mittheilung: der eine Steinhauer habe dem andern zugerufen, der eingetriebene Meißel weiche ab in ein wasserhaltiges Gestein. Wäre es möglich, als ersten Buchstaben des Wortes Nun zu lesen, so könnte als zweiter Dalet bleiben, da נרה auch ״abweichend" bedeutet. Aber das epigraphisch von Nun verschiedene Sajin scheint gesichert. Ergänzen wir das nachfolgende Nun, nach welchem (S. 265) der Riß des Gesteins für etwa acht Buchstaben Raum bieten soll, durch die Worte מלם ארצה (auf der Zeichnung scheint in der Mitte des Risses ein epigraphisches Aleph erkennbar), so hätten wir in tadellosem Hebräisch den Bericht, daß das Wasser aus dem Gestein zur Erde rinne, wörtlich: daß die Eisenspitze abweichend in einen Felsen dringe, der zur