Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 9 (1882)
- Issue
- 1 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 144)
- Language
- German
- Belongs to
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Die 18 Bestimmungen. 141 acht zu betrachten und dafür עכ״ום zu setzen. Ist nun die Annähme berechtigt, daß über פת כותים die Tanaiten differirten, so könnte der Bericht in Tanchuma Section וישב Nr. 3 (Pirke de R. Elieser Cap. 38, auf den Tossafot Hinweisen, Gittin 40a, Kidduschin 76a und Chullin 4a, vgl dagegen Tossafot Chullin 13a 8. V. פתו) im Sinne der anonymen Referenten vor R. Akiba auf historischen Werth Anspruch machen. Ziemlich leicht verfährt Herzfeld (II, S. 244), der gegen die Angabe des Tanchuma, nach welchem Brot der Kutäer zu essen untersagt war, die Mischna Schebiit 8, 10 schlechtweg ins Feld rückt und daselbst bemerkt, daß R. Elieser dieses Verbot nicht anerkannt habe. (Vergl. dagegen ריש zur Stelle.) Dieser Ansicht zur Folge hätte sich zunächst an das Verbot gegen heidnisches Brot ein gleiches gegen kutäisches angeschlossen, welches im Lause der Zeit das Interdikt gegen das Brot der Minäer erzeugt. Vielleicht dürfte die Abschließungsmaßregel gegen Kutäer wie Minäer ihre besondere Veranlassung in der Hadrianischen Zeit gefunden haben, in der diese beiden judenfeindlichen Secten den Tempelbau Hintertrieben. Was die Kutäer anbetrifft, so läßt sich in Pirke de R. Elieser ein Anklang an derartige Vorgänge erblicken, welche nach Art der Agada aus der Gegenwart oder jüngsten Vergangenheit in die allerälteste verlegt wurden. Wie es sich aber auch mit den Kutäern verhalten mag, so bleibt die Nachricht der Tosefta Chullin II a. O. unangetastet, daß im mittelbaren oder unmittelbaren Anschluß an das Verbot gegen heidnisches, ein solches gegen minäisches Brot sich entwickelte. In den ersten Tagen R. Eliesers scheint die Spannung zwischen Juden und Judenchristen so gering gewesen zu sein, daß R. Elieser mit diesen frei und offen verkehrte; in seinen letzten Tagen jedoch, sowie zur Zeit R. Tarfons und R. Jsmaels, scheint diese Spannung zu einem unversöhnlichen Gegensatz sich gestaltet zu haben. Aus dieser Zeit daher dürften die strengen Abschließungsbestimmungen stammen, welche gegen Minäer erlassen wurden. Die Gegensätze stiegen schließlich so weit, daß Juden von Judenchristen mehr*) als von 1) Siehe Tosefta Chullin II, S.503, § 21 und Tosefta Schebiit VI, S. 70, 8 20, b. Sabbat 110».