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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 132

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 132 (sequence 135)
Language
German
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132 Lerner löst zu haben. Allein Graetz's Annahme ist rein undenkbar. Ein und derselbe, welcher ארור ... חזרים reserirt, muß auch ארור יונית reserirt haben. Zwar könnte die Schlußbemerkung ... ,ועל אותר als ein späterer Zusatz betrachtet werden, die beiden ארור aber rühren unbedingt von demselben Berichterstatter her. Die Identität springt in die Augen. Hat nun der Referent mit Recht an die von ihm berichtete Thatsache das erste ארור angelehnt, so kann er nicht das zweite ארור bloß aä vocem יונית herangezogen, d. h. sich selbst mißverst a n d e n h a b e n. Es ist daher die umgekehrte Schlußfolgerung berechtigt. In dem allgemeinen Verbot ארור לארם wird unter Chochmat Jewanit nicht griechische Diplomatenschlauheit verstauden, weil sie nicht Jedermanns Sache war. Es kann also auch in der Erzählung der Ausdruck מכיר בר,במת יונית und .לעז בחכמת יונית nicht griechische Ueberredungskunst bedeuten. Vielmehr ist es wahrscheinlich, daß hiermit griechische Bildung überhaupt gemeint sei. Herzfeld (Geschichte II, 254) ist in dem Glauben befangen, die talmudische Annahme (Baba Kamma 83 a), daß unter Chochmat Jewanit etwas anderes als griechische Sprache zu verstehen sei, in seiner eingehenden Abhandlung bekämpft zu haben. Im Grunde ist jedoch seine Erklärung, nach welcher unter Chochmat Jewanit griechische Bildung gemeint sei, identisch mit der talmudischen Angabe. Zur griechischen Bildung gehörte natürlich nicht bloß die Kenntniß der Sprache, sondern auch die der Literatur, und in ihre» Kreis fiel Alles, was zur Zeit angebaut wurde: Philosophie, Geschichte, Rhetorik und alle anderen Disziplinen. Ein Verbot gegen das Studium der griechischen Literatur trifft nicht imxlioito die Erlernung der griechischen Sprache Gab es ja doch selbst in den späteren Zeiten der Amoräer Städte in Palästina, deren jüdische Einwohner, wie es scheint, nur griechisch verstanden haben. (Vergl. Frankel, Introäuetio in Talm. Hierosol. Seite 5a.) Solchen konnte natürlich nicht die griechische Sprache, wohl aber die Beschäftigung mit der grieden Fällen zwischen einem bloßen 1m und einem direkten rabbinischen Interdikt: mit einem 1m wurden beide z. Z. des Bruderkrieges, mit einem גזי1ח ד1בגן z. Z. des Polemos belegt.

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