Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 9 (1882)
- Issue
- 1 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 110)
- Language
- German
- Belongs to
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Recensionen. 107 dische Literatur, ist sieben-fach geläutert. Darüber forschten Männer von dem größten Scharfsinn, Männer, die mit der ganzen phyfischen und geistigen Kraft sich abmühten und in den liefen Schacht der Halacha hinabgestiegen sind. Ohne Weiteres die Papierscheere nehmen und ein Stück aus einem alten Halachawerke wegfchneiden, wenn eine kleine Schwierigkeit aufstößt, können wir im Interesse der Erhaltung unseres mehrtausendjährigen Erbes nicht dulden. — Was soll auch aus unserm Talmud werden, wenn Jeder nach Gutdünken daran die vermeintlich bessernde Hand anlegen kann? Der Vers. vorliegender Arbeit nehme es uns darum nicht übel, wenn wir sagen, er ist ohne die gehörige Vorbereitung an ein so schwieriges Werk gegangen, er hat nur den Versuch einer kritischen talmudischen Untersuchung gemacht, aber der Versuch ist leider mißlungen. Auf die These, daß die Tostfta eine Randglosse zur Mischnah sei, will ich mich nicht einlassen, der Verf. selbst bewegt sich dabei in Widersprüchen. Daß Vieles, was in der Mischnah behandelt ist, auch die Tosifta zum Gegenstände hat, ist ja selbstverständlich. Der Haluchastoff war sowohl in Palästina als in Babylonien in den Lehrhäusern nach Traktate» geordnet, lange bevor die Redaktion vorgenommen wurde, und wovon soll in einem Abschnitte beispielsweise במה מדליקין anders die Rede sein, als vom Anzünden der Lichter am Freitag gegen Abend? Wir wollen in Folgendem jedoch von der These ganz absehen und uns nur auf den Nachweis von halachischen Jrrthümern beschränken: S. 8. Es wird behauptet, der Ausdruck ברמלית komme im ganzen Mischnahtraktat nicht vor, er findet sich aber Erubin 9,2. S. 11, Anm. 3. Es wird behauptet, das Anzünden der Sabbathlichter sei eine הלבה למשה מסיגי . Davon steht im ganzen Talmud kein Sterbenswörtchen. Man kann wohl von einem Gebote, dessen Bedeutung dem gewöhnlichen Menschenverstände unfaßbar ist, annehmen, daß es eine הל״מ״ט sei, wie z. B. קשר שלחפילין oder die שיעורין von ששים und מאה, aber doch nicht bei verständlichen Geboten wie das Anzünden der Sabbathlichter. Mit demselben Rechte könnte man auch behaupten, daß das tägliche Gebet הל״מ״ט sei. Und wenn der Verf. sagt, daß