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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 104

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 104 (sequence 107)
Language
German
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104 Hoffmann war demnach jenem Redactor bereits das Siphrö, wenn auch selbstverständlich nicht in der Gestalt, wie wir es haben, bekannt. Auch an anderen Stellen hat die Mischna große zusammenhängende Stücke aus dem Midrasch ausgenommen. Der Midrasch ist da noch kurz und knapp, ähnlich einer einfachen Exegese, und es ist sehr wahrscheinlich, daß wir auch hier die alte der Pharisäer vor uns haben, zumal die betreffenden Mischna's wahrscheinlich der Mischna rischonah angehören. Hierzu rechnen wir das Stück Mischna Maaser schein V, 10—13, das fast wörtlich im Siphre zu Deut. 26, 13—35 zu finden, sodann Mischna Sota VIII, 1—2; 5 — 7,*) ebenfalls im Siphrö zu Deut. 20, 3 — 9 befindlich, endlich Mischna Nega'im XU, 5 — 7, zerstreut im Siphra zu den dort citirten Schriftversen enthalten.**) Mitunter begegnen wir in der alten Mischna mitten in einer zusammenhängenden Darstellung einigen Schriftworten mit den» zugehörigen Midrasch citirt, und es ist kein Zweifel, daß wir es da mit einem Citate aus dem alten Midrasch zu thun haben; so in Mischna Joma V, 5, Jebamot XII, 6, Baba mezia II, 5, Makkot I, 7 und Sebachim VI, 5, wo die Worte את בני מעים היוצאים עמה als eine Midrasch-Erklärung zu dem aus der Schrift entlehnten Worte ואת הנוצה aufzufaffen ist, wie wir dies in der ״Israelitischen Monatsschrift" (Beilage zur ״Jüd. Presse") 1881 S. 19 gezeigt haben. Manchmal ist aus der Ausdrucksweise der Mischna zu erkennen, daß sie im alten Midrasch ihre Quelle hat: so z. B. Mischna Sebachim IV, 1—2, wo das שאם (statt אם) beut־ lich zeigt, daß hier ursprünglich ein Satz, wie: ״diese Schriftstelle lehrt", vorausgesetzt war (vergl. Siphr6 zu Deut. 12, 27 und Siphra zu Lev. 4, 20). Auch ist an allen den Stellen, wo die Mischna solche Halachot enthält, die nur einmal in vergangener Zeit Geltung hatten, mit einiger Sicherheit anzunehmen, daß die Halacha dem Midrasch entnommen, der die entsprechende Schriftstelle erklärte: so die Halachot über die Bamoth in alter Zeit in Sebachim XIV, 4 ff., über das Erbtheil der Töchter Zelofchad's, *) Mischna 5 hat in späterer Zeit eine Umarbeitung erfahren, in Mischna 7 ist eine Controverse über den Wortlaut der alten Mischna. **) Vergl. Frankel, Hodeget. p. 5 f.

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