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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 103

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 103 (sequence 106)
Language
German
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Zur Kritik der Mischna. 103 Gebrauche war. Betrachten wir zu diesem Zwecke den lOteii Perek von Pesachim. Es ist darin der 1102 סדר של, die Ordnung des häuslichen Gottesdienstes am Pesachabend enthalten. Der Grundtext gehört ohne Zweifel der Misclina rischonali an, ist jedoch schon vielfach umgearbeitet und mit Interpolationen versehen. Aus Mischna 4 ist deutlich zu ersehen, daß dieser 112 zur Zeit des Tempelbestandes redigirt wurde, als man noch das Pesachopfer darbrachte, das Wort ובמק1ש in Mischna 3 ist daher eine Interpolation. Der 112 begann ursprünglich wahrscheinlich mit der in Pesachim 107 b angeführten Halacha, wonach am Rüsttage zum Pesach selbst der K ö n i g A g r i p p a, der gewohnt ist, um neun Stunden (3 Uhr Nachmittag) zu.essen, von der Nähe der Mincha-Zeit bis Abends nichts essen darf, (vgl. oben Jahrg. 1881 S. 172). In Mischna 4 heißt es nun da: ודורש מארמי אובר אבי ער שהוא גומ1 כל הפ1שה*) (Er trägt vor mit dem Midrasch die Schriftstelle ארמי אובר אבי sDeut. 26, 5] bis zu Ende des Abschnitts. Wiewohl man am Pesach nicht bis zu Ende des Abschnitts vorträgt, da Deut. 26, 10 zum Pesachfeste nicht paßt, so gebraucht dennoch die Mischna die Worte, die ihr aus dein Traktat Bikkurim III, 6 geläufig sind (וקורא מארמי אובד אבי ער שהוא גומר כל הפרשה**) nur mit dem Unterschiede, daß bei den Erstlingen קורא gesagt wird, weil man dort den Abschnitt wörtlich in hebräischer Sprache lesen muß (M. Sota VII, 2), hier aber heißt es ודורש, indem der Abschnitt mit dem erklärenden Midrasch vorgetragen werden soll. Jedenfalls ist hieraus zu schließen, daß dem ersten Redactor der Mischna bereits der Midrasch zu dem betr. Abschnitt Vorgelegen. Ohne Zweifel ist es derselbe Midrasch, der uns in der Pesach-Haggada erhalten ist. Dieser stammt aber aus dem Siphrö zu Deuteronomium,*) es *) So zu lesen nach Jerusch, u. a., vgl. Rabbinowitz, Dikduke Sophrim. **) Hieraus ist zu ersehen, daß der Pesach-Seder mit Bikkurim III. ein und denselben Redactor hatten, daß also auch ersteres zur Zeit Agrippa's I. redigirt worden. *) Die späteren Abschreiber haben den größten Theil, weil aus der Pesach-Hagada bekannt, im Siphrs weggelassen.

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