Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 9 (1882)
- Issue
- 1 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 101)
- Language
- German
- Belongs to
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Hofsmanu Sammlung aus der Zeit Hillels und Schammai's bezeichnet war,*) so ist jedenfalls daraus zu schließen, daß bei den Gaonen die Ansicht verbreitet war, es sei in den Schulen Hillels und Schammai's eine Mischna redigirt worden. Dies wird übrigens von dem zur Zeit der Gaonen verfaßten Srder Tanalm w e-Amoraim ausdrücklich behauptet. Das. heißt es (sä. Luzatto S. 7): ״Von der Zeit Moses bis Hillel Ha-Saken gab es sechshundert Ordnungen der Mischna, wie sie Gott dem Moses am Sinai gegeben; von Hillel aber und weiter hat die Ehre der Thora abgenommen, und man hat seit Hillel und Schammai nur sechs Ordnungen der Mischna eingerichtet." Dasselbe berichtet ein Responsum in der angeführten Sammlung 20 .§ שערי תשובה mit Hinzufügung der Bemerkung, daß seit dieser Einrichtung die Lehrer אנשי משגה hießen, während die früheren אגש׳ מעשה genannt wurden (vgl. Mischna Jadda'im Ende). Offenbar bestanden nach den Gaonen die früheren Mischnaordnungen bis Hillel inclusive, da auch nach den sonstigen Ueberlieferungen die Schwäche und Abnahme der Thora erst mit den Schülern Hillels und Schammai's beginnt (Tosefta Chagiga II, 9 u. sonst) Im ספר הקנה wird daher genauer gesagt, die Aeltesten der Beth- Schammai und Beth-Hillel haben die sechs Mischnaordnungen eingeführt. Als die Quelle dieser Berichte könnte zwar die Talmudstelle Chagiga 14 a angesehen werden, wo nach Rab Papa in alter Zeit 600, nach anderen Rabbanan 700 Ordnungen der Mischna bestanden haben. Offenbar gehen beide Ansichten von der Voraussetzung aus, daß anstatt einer Ordnung der jetzigen Zeit in alter Zeit 100 Ordnungen existirten,**) nur haben einige in der Gegenwart sieben Mischnaordnungen anstatt sechs gehabt, wie ja auch ein Gaon (143 .§ שערי תשובה) berichtet, daß ihm eine siebente Mischnaordnung zu Gesichte gekommen. Diese neue Mischnaord- *) Daß in den Schulen der Gaonen alte Schriften vorhanden waren, bezeugt auch der von Kirchheim edirte Commentar zur Chronik, wo nach S. 36 R. Saadja ein altes ס&ר היובלות besaß. **) Vgl. eine ähnliche Behauptung über den Traktat Aboda sara der Alten in Aboda sara 14 d.