Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 9 (1882)
- Issue
- 1 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 91)
- Language
- German
- Belongs to
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Eduard Baneth צרומים angesehen, was natürlich keinen Sinn gab, mochte rasch entschlossen das צ durch einen kühnen Federstrich beseitigt haben. So entstand die Lesart רומים, welche um so plausibler schien, als Jchosu'a b. H«nanja wirklich eine Zeit lang in Rom sich aufhielt. Sei dem, wie ihm wolle, jedenfalls ist diese Lesart derdächtig und nicht Werth, daß man um ihretwillen das ר in dem Zeichen צדק קם—גשם גם in ר umwandle. Richtiger ist es, umgekehrt zu verfahren und hiernach רומים in צדוקים zu emendiren, so daß das mnemotechnische Zeichen in folgender Weise aufzulösen wäre: צ־ג ist: :ק־ם; צדוקים־יהושע :ריש;צדוקים־גמליאל 1מין־אמי :מים;קיסר ־גמליאל :ק־ג;קליופטרא־מאיר) verwischt worden sein. Doch ist es schwierig anzunehmen, daß eine so fernliegende, kaum wahrscheinliche Möglichkeit auch nur in Betracht kommen, geschweige denn auf die richterliche Entscheidung Einfluß üben könnte. Ohne Zweifel wurde auch in den Zeiten des Talmud der Schenkel des p mit seinem Dache verbunden, so daß ihm nur eine Oeffnung blieb, welche allerdings durch einen boshaften Zufall leicht verwischt werden konnte. Für den Widerspruch aber mit Sabbats 104 a giebt eine Parallelstelle in Mnahot 29b eine befriedigende Lösung. Hier wird für den schwebenden Schenkel des n derselbe Grund angegeben, wie dort für den schwebenden Schenkel des p; kurz vorher heißt es aber, daß das n mit schwebendem, unverbundenem Schenkel sich nur in besonders sorgfältigen Handschriften findet. Dasselbe gilt wohl auch vom p; die mustergiltige Form dieses Buchstaben, auf der allein die agadische Begründung in Sabbat 104 fußen durfte, forderte allerdings die Trennung des Schenkels auch vom Dache; im gewöhnlichen Leben aber, also in Fällen, wie der Baba batra 166 angeführte, nahm man es nicht so genau, sondern verband den Schenkel mit dem Dache, indem man sich mit der einen Oeffnung begnügte, welche durch die Trennung des Schenkels vom untern Querbalken entstand. Sei dem wie ihm wolle, jedenfalls sieht man, daß p durch Verlängerung des untern Balkens in ם verwandelt werden kann. Es muß also ohne diese Verlängerung in seiner gewöhnlichen Gestalt mindestens ebenso große Aehnlichkeit mit v haben wie ד mit ר, so daß aus o»pm wohl צרופים entstehen konnte. 1) In unseren Ausgaben lautet das Zeichen falsch: vp צרק גם גשם (S. Dikduks Sotzerim und 2py* עין z. St.); überhaupt hat'die Zensur oder die Furcht vor ihr daselbst eine heillose Verwirrung angerichtet, in welcher man die Übereinstimmung des Zeichens mit dem Bezeichneten nicht mehr erkennen kann. Statt wp steht מפר, wodurch Raschi (das. 91 a Z. 1.) ganz unverständlich wird, statt פין natürlich wieder »pm. Auch die Erklärung S. Edel's, die Ordnung indieses Chaos zu bringen sich bemüht, ist durch Zensuränderungen so entstellt, daß sie die Wirrniß nur vermehrt.