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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 84

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 84 (sequence 87)
Language
German
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84 Eduard Baneth schöpfung und Weltleitung durch Gott in Abrede stellen, über- Haupt diesem jene unwürdige Rolle im Weltplane zuerkennen — wenn dann noch von einem Plane die Rede sein kann — welche die Epikureer ihren entthronten Göttern zuertheilten. Ebensowenig aber konnten sie die Lehre von der Lust, den Angelpunkt der ganzen epikureischen Pilosophie gänzlich sallen lassen. Sie mußten wohl eine Vermittlung suchen und eine solche war nicht schwer zu sinden, wenn sie nur die Lust in der Bewegung {rf\v mra xbr^oiv rjöovrfv) oder die positive Lustempfindung, welcher Epikur eine untergeordnete Bedeutung und — sofern sie nur dann erstrebenswerth, wenn ihr Mangel uns Qual verursacht — — einen bedingten Werth zuerkennt, auf gleiche Stufe stellten mit der Lust in der Ruhe oder der Schmerz- und Sorgenlosigkeit (äraQa^ta xai änovla), welche den Epikureern in erster Reihe stand. Im Hinblick auf die Lehre von der Lust gewann die Benennung טובים auch noch eine tiefere Bedeutung für die S. als die der schrankenlosen Allgüte, durch welche eine göttliche Vorsehung mittelbar aufgehoben wird. טוב heißt nämlich auch glücklich *) oder heiter, fröhlich.a) Das höchste Gut ist nach Epikur die Glückseligkeit, welche er in die Lust setzt. Diese ist ihm Ausgangs- und Zielpunkt der Glückseligkeit und die Tugend der einzig mögliche, aber auch der durchaus sichere Weg zu ihr. ף Gott als der absolut Gute, ist also auch der absolut Glückselige; in seine reine Freude mischt sich nie jener bittere Wermuthstropfen, welcher der irdischen Lust fast immer beigemischt ist; er allein genießt frei von allem Gram und Schmerz ungetrübtes Glück, ein Glück, welches ihm verkümmert würde, kümmerte er sich um das Geschlecht der Menschen, durch den Anblick ihres Elends und ihrer Leiden. Es ist daher ebenso unmöglich, daß er unser Unglück!nit ansieht, wie daß er Unglück über uns verhängt («§<» tov boäv ti xaxuv >j tipon&i■). So flössen den Sadokäern beide 1) Klagelieder 4,9; Kohelet 6,3. 2) Jirm. 44,17. 3) S. Ueberwegs Grundriß der Gesch. der Phil, des AlterthumS von Heinze. Berlin 1876. S.248 f.

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