Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 9 (1882)
- Issue
- 1 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 85)
- Language
- German
- Belongs to
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82 Eduard Baneth Die Sadokäer verwarfen gleichfalls den Namen שמים als einen Anthropomorphismus. Waren sie auch, wie wir nachweisen wollen, Anhänger der epikureischen Lehre, so konnten sie ihr doch — wir haben dies bereits einmal bemerkt — nur so weit Heerfolge leisten, als es ohne völligen Verrath am reinen Monotheismus möglich war. Sie mußten nothgedrungen zwischen ihrer Philosophie und ihrer Religion eine Aussöhnung herbeizuführen suchen, in welcher auch der Glaube an Gottes Allgegenwart ein stilles Plätzchen finden konnte. Prinzipiell hatten sie also gegen die Adoption des Namens מקרם nichts einzuwenden; mit der zu Grunde liegenden Ansicht, daß Gottes Herrlichkeit das All erfüllt, waren sie ohne Zweifel eiuverstanden. Aber sie mochten trotzdem eine Benennung nicht anwenden, deren Spitze sich gegen ein philosophisches System richtete, welches die Grundlage ihrer eigenen Philosophie bildete. Sie wählten deshalb an deren Stelle den Namen טובים, welcher für sie einen doppelten Vorzug hatte, indem er einerseits ganz harmlos und unverdächtig aussah — ich erinnere an die Gebetformel: טוב״ ist dein Name"') — andererseits ihrer epikureisch angehauchten Philosophie, wie wir bald der Praxis sich erst aus der Anwendung des Namens שמימ entwickelt hat. Wäre diese Benennung nicht vorhergegangen, durch die Reflexion, »daß Gott der Ort der Welt» die Welt aber nicht sein Ort ist״, wäre man ebensowenig auf den Gedanken gekommen, Gott LlaKSm (Ort) zu nennen, wie durch die andere Reflexion, »daß Gott, weil er nicht wie alle anderen Dinge im Raume ist, da er ja von nichts eingeschlossen wird, nothwendig sein eigener Raum sein muß. Die Kabbalisten leiten den Namen in ihrer Weise vom vierbuchstabigen Gottesnamen ab. Sie haben herausgefunden, daß vipv seinem Zahlenwerthe nach gleich ist der Summe aus den Quadraten der einzelnen Buchstaben des Tetragrammatons: 40 — מ;100 102 ,10 — ׳ 5 ,5 — ד,a 25; p — 100 , — 0, 6a — 36; 6 — ו 5 ,5 — הa — 25; 40 — ם 186 186 1) Am Schlüsse des הודאה genannten, vorletzten Segensspruches der sogenannten תפו׳ח שמנה עשרה.