Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 9 (1882)
- Issue
- 1 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 82)
- Language
- German
- Belongs to
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Ueber den Ursprung der Sadokäer und Boöthosäer. 78 stark. Wer auch immer die מינים an dieser Stelle sein mögen, es ist undenkbar, daß es eine Sekte unter den Juden gab, welche den Monotheismus so völlig verleugnen konnte, daß sie sich zur Lehre Zarathustra's (Zoroaster's) von einer dualistischen, zwischen Ormuzd und Ahriman getheilten Weltleitung bekennen durfte. Am wenigsten kann man solche Ketzerei den Sadokäern zutrauen/) gegen welche, wie wir gesehen haben, diese Anordnungen gerichtet sind. Ich glaube daher, daß טובים hier keineswegs im Gegensatz zu רעים, den bösen Mächten, steht, sondern als göttliches Attribut geradezu für Gott selbst. Der Plural ist entweder ein xlnralis majestatis und hängt von einem hinzugedachten אלהים ab, oder er bezieht sich auf die Engel, welche als Boten des göttlichen Willens metonymisch für Gott gebraucht werden, ebenso wie שמים, welches gleichfalls mit dem Plural construirt wird?) Der Himmel als Gottes Thron ף wurde metonymisch für Gott schon sehr früh angewendet. Nachweislich ist seine Anwendung in diesem Sinne bereits bei Antigonos aus Soko?) Gewöhnlich nimmt man an, daß der Gebrauch dieser und ähnlicher Benennungen der Scheu entsprang. den Namen Gottes durch allzuhäufigen, profanen Gebrauch zu entweihen. Eine genügende Erklärung ist das nicht. Wie sollen sich plötzlich Bedenken und religiöse Skrupel geltend gemacht haben gegen etwas, was früher gang und gäbe war, ohne daß die Religiosität einer ältern, als besser gepriesenen Zeit daran Anstoß genommen, oder gar etwas Ungebührliches darin gefunden hätte? Eine solche Wandlirng der Anstchten konnte sich doch nicht plötzlich und ganz von selbst vollziehen; sie mußte offenbar einen Anstoß von Außen erhalten haben. Ein solcher 1) In der Talmudstelle: »Warum wurde nur ein Mensch erschaffen? Damit die!׳pnr nicht sagen könnten, es gäbe mehrere Mächte (Gottheiten) im Himmel״ (Synhedrin 37» u. 38» Mitte), ist צדוקין noch eine Erbschaft aus jener Zeit, in welcher die Zensur die Talmudausgaben entstellen durfte und mußte. Aeltere Ausgaben und Handschriften lesen ebenso wie die Misnaexemplare מינים, worunter in späterer Zeit xa-r egoxqv Judenchristen verstanden wurden. 2) Ros has'sana II. 7. שכבר קדשוהו שמים 3) J°s. 66. 1. 4) Abot I. 3. 6*