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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 71

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 71 (sequence 74)
Language
German
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Ueber den Ursprung der Sadokäer und Bosthosäer. 71 nicht niedergeschrieben sind, aus der Hinterlassenschaft der Väter dem Volke weiter vererbt, weshalb die S. diese (also alle) verwerfen." Daß der Talmud nur einzelne Abweichungen kennt, ist nicht in dem Sinne zu nehmen, wie es G. meint, sondern buchstäblich. Bekannt ist den Amoräern allerdings nur eine verhältnißmäßig geringe Zahl von Abweichungen, nämlich diejenigen, welche entweder in der Misna und anderen älteren Quellen bei Gelegenheit erwähnt werden, oder sich sonst in der Erinnerung erhalten haben; die übrigen wurden eben, als die S. vom Kampfplatze schwanden, allmählich vergessen, und nichts ist natürlicher als das. Ueber 12 דבר שהצדוקים מודים haben wir bereits eingehend gesprochen; wir haben gezeigt, daß sich diese Bezeichnung nur auf die Auslegung des geschriebenen Wortes, nicht auf mündliche Ueberlicferungen beziehen kann, und die Begründung זיל קרי בי רב הוא bestätigt nur unsere Auffassung. Geiger hat diese Redensart viel zu frei und mehr seiner Hypothese als dem wirklichen Sinne angemessen übersetzt. בי דב ist die ©lernen־ tarschule, in welcher Kindern zartesten Alters die Bibel beigebracht wurde;קד׳ wird nur mit Bezug auf die h. Schrift (מקרא) gebraucht. Wenn also die Zugeständnisse der S. nur diejenigen Vorschriften betreffen, welche man in den Elementarschulen liest, so könneu dies nur solche Vorschriften sein, welche sich aus dem einfachen Wortsinne klar und unzweideutig ergeben. Einen bessern Beweis für die Unrichtigkeit seiner Auffassung konnte Geiger uns gar nicht an die Hand geben. Anstatt das Gegentheil darzuthun, hat er bewiesen, daß ein Widerspruch zwischen Josephus und dem Talmud gar nicht besteht, daß vielmehr zwischen beiden Quellen in diesem Punkte dieselbe Uebereinstimmung herrscht, welche wir bezüglich der ersterwähnten Parteiunterschiede beobachtet haben, und die wir nun auch für die folgenden Grundverschiedenheiten Nachweisen wollen. 3. Nach Josephus glaubten die PH., ״daß die Seelen die Kraft der Unsterblichkeit besitzen, und daß unter der Erde Lohn und Strafe diejenigen erwarte, welche im Leben die Tugend oder das Laster geübt, und zwar diese ewiger Kerker, jene das Glück der Wiederbelebung" — und unzählige Talmudstellen bekunden

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