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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 72

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 72 (sequence 75)
Language
German
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72 Eduard Baneth den festen Glauben an Vergeltung und Auferstehung. Ferner glauben sie, ״daß Alles durch ein Schicksal geschieht, ohne deshalb dem menschlichen Handeln die Freiwilligkeit des innern Triebes zu rauben/) da es Gott gefallen hat, daß eine Mischung von seinem und der Menschen Rathschluß bestehe für den, der der Tugend oder dem Laster folgen will." In welcher Weise er sich diese Mischung denkt, erklärt Josephus anderwärts 2) mit den Worten: ״Dem Schicksal und Gott schreiben sie (die PH.) Alles zu; das Rechte zu thun oder nicht, liegt zum größten Theile beim Menschen; aber auch das Schicksal hilft zu Beiden/") An derselben Stelle erfahren wir auch, wie ihre Gegner über Unsterblichkeit, himmlische Vergeltung und Vorsehung denken. Eabbovxaioi be, tu bevTeoov rdyaa. tt)v ah: clu.an[1hnjv xavTanaaiv ävaifjovca, Y.al rbv deijv tov boäv ti xaxbv ■ff eqiooäv tliIevtcu, qiaol be 671 av&Qmsimv exXoyf! to re xaXbv xal tu xaxbv rrnoxslüdai, xal rb xarä yvmfirjv exaoTw Tourmv txaTeon xgooievai. Xbi’Xfjs be Ttjv bianovr/v xal Tac xa IF nbov Tiuwiua; xal ri/iäs avaioovat. Demnach leugnen die S. eine göttliche Bestimmung ganz und gar, weil sie Gott für unfähig halten, etwas Böses zu thun oder auch nur mitanzusehen, behaupten vielmehr, daß das Gute wie das Böse der freien Wahl des Menschen und der Zugang zu dem Einen wie zu dem Andern Jedermann nach Belieben offen stehe; ferner leugnen sie auch eine Fortdauer der Seele und Lohn und Strafe in der Unterwelt. Wie verhält sich nun der Talmud zu diesen Angaben? 1) Ovbe xov ärd-gcoaeiov xö ßovhöiievov xfjs m avxoZs ögfirjs äcpatQovvrai; Derenbourg (a. O.) übersetzt, übereinstimmend mit dem Lateiner u. A., aber, wie ich glaube, nicht ganz korrekt: sans supprimer pour celal’effort de 1a volonte humaine. Vgl. Abot III. הכל צפוי והרשות גחונה, und B^rakot 33 d u. ö. הכל בידי שמים חוץ מיראת שמים . 2) Bellum Jud. II. 8, 14. 3) Elfiagfievr} xe xal &€& TtgooanxovöL Jtävxa, xal rö fihv ngäxxew xa bixata xal (17ן xaxä xö aXeiOxov ml x01$ äv&gd)jz01s xeZs&ai, ßoiföeZv bk eis exaaxov xal x1)v elfiagfievyv. Man vergleiche damit Stellen, wie: ״ בדרך שאדם רוצה לילך בה מוליכי; אותוden Weg, den Jemand gehen will, den führt man ihn״ (Makkot 10 b), und הבא לטמא פותחין לו בא לטהר מסייעי; אותו ״Kommt Jemand sich zu verunreinigen, öffnet man ihm, sich zu reinigen, unterstützt man ihn.״ (Sabbat 104a u. ö.)

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