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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 69

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 69 (sequence 72)
Language
German
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Ueber den Ursprung der SadokLer und BoAhosäer. 68 heiten bildeten, deren größerer Theil bereits den spätereil Amoräern unbekannt war. Bestätigt wird dies durch den Talmud und Josephus, welche, wie wir gesehen haben, darin übereinstimmen, daß die S. nur die h. Schrift in selbstständiger, willkürlicher und veränderlicher Auslegung für verbindlich hielten, nicht aber die Ueberlieferungen der Väter (t<x ix!ranaboaeoi; rüv!xarsQmv). Well- Hausen freilich behauptet/) daß die S. ursprünglich die alten Bräuche gegenüber den Neuerirngen der Schriftgelehrten festhielten; allmählich aber hätte sich dies Verhältniß geändert, indem die pharisäischen Neuerungen durchdrangen und sich mächtiger als der Wortlaut der Tora selbst erwiesen. Er beruft sich hierbei auf den Ausdruck nagaböoeis bei Josephus. Aber naqdboois ist nicht, wie er übersetzt, Neuerung, sondern gerade umgekehrt Ueberlieferilng, historisch geheiligter Brauch. Auch Derenbourg meint, die S. hätten eine große Zahl von Ueberlieferungen besessen, nur daß diese von denen der PH. abwichen. Das ist aber durchaus nicht erwiesen, und bei der ausdrücklich bezeugten Thatsache/) daß bis auf Jose b. Jo'ezer keine Meinungsverschiedenheit über irgend eine Gesetzesvorschrift herrschte, nicht wohl anzunehmen. Was D. zu seiner Annahme führte, ist die falsche Auffassung von Q דבר שהצדוקין מודים, welche ihn auch nöthigte, zu einer Silbenstecherei seine Zuflucht zu nehmen, um den vermeintlichen Widerspruch zwischen Josephus und dem Talmud zu beseitigen. Die S., meint er, hätten ihre Ueberlieferungen ausgeschrieben, während die PH. die Aufzeichnung geflissentlich Hintertrieben und ihre Traditionen lieber mündlich fortpflanzten, um sich für zeitgemäße Aenderungen freie Hand zu lassen. ״Josephus konnte also auf Kosten der exakten Wahrheit behaupten, daß die S. sich an das Geschriebene (xd yeyqaynieva) hielten, während die PH. den Ueberlieferungen der Väter folgten." 1 2 3) Eine solch spitzfindige Wortklauberei, wie sie ihm hier insinuirt wird, kann Josephus gar nicht in den Sinn gekommen sein, denn 1) a. a. O. S. 72. 2) s. T°mura 16» Z. 1. 3) Essai etc. S. 127.

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