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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 68

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 68 (sequence 71)
Language
German
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68 Eduard Baneth sich nämlich streng an den Text, welcher vorschreibt *): ״Und es soll dir sein zum Zeichen (also sichtbar) auf deiner Hand und zur Erinnerung zwischen Deinen Augen", während die pharisäische Ueberlieferung die T^pillin auf den Oberarm, und zwar unter den Aermel, und auf das Haupthaar zu legen anordnet. Es ist von vornherein anzunehmen, daß die uns nur aus gelegentlichen Angaben in den rabbinischen Schriften bekannten Differenzen zwischen PH. und S. oder B. nur einen geringen Bruchtheil der zwischen ihnen herrschenden Meinungsverschieden- פרושים nicht nur zu צדוקים sondern auch zu עם הארץ (Landvolk) im Gegensatz steht. Was hier als Art der Hisonim bezeichnet wird, kann sehr wohl Art der Essener gewesen sein. Dieselben stehen zwar im Allgemeinen auf dem Standpunkte der Pharisäer, suchen dieselben sogar durch gesteigerte Anforderungen an die Enthaltsamkeit und levitische Reinheit ihrer Mitglieder zu überstrahlen, weichen aber doch zuweilen selbst in wesentlichen Punkten von ihnen ab. So hielten sie z. B. die Ehelosigkeit nicht nur für statthaft, sondern für gottgefällig und verdienstlich, yafisräs.eis äbcxiav cpeQE1v{)j1E1X7](pörES (Josephus Ant. XVIII. 1. 5); s. dagegen Jebamot VI. 5 u. 6, Gittin IV. 5, u. b. Jebamot 61b Z. 5 v. u. אסור לעמוד בלא אשד; das. 62b Z. 9 v. u., 63 8. Z. 4 v. o. כל יהוד* שאין לו אשד, אינו אדם u. 63b Ende. Auch das Naziräerthum, welches die Rabbinen geradezu als Sünde bezeichnen (Nedarim 10a Mitte) galt ihnen als gottgefällig. Es waren zumeist Landleute (6Vrl yewQyia ׳retgafiuevoL, Jos. das.), fromme, aber unwissende Männer, denen die PH. wahrscheinlich nicht fromm genug waren. Sie suchten, wie dies so oft der Fall ist, es den Schriftgelehrten noch zuvor zu thun, sie in Schatten zu stellen, und nichts ist natürlicher, als daß sie in den Mitteln fehlgrisfen. Sagt doch schon Hillel, (Abot II. 5.) ולא עם ד,אוץ הסיד , vielleicht mit einem Seitenblick auf sie (vgl. Derenbourg a. a. O. S. 175 Anm.). In ihrem Uebereifer mochten sie auf dem sonderbaren Gedanken gekommen sein, die Tepillin zur größern Ehre Gottes mit Gold zu belegen, und es war wohl nur unschuldige Eitelkeit und keine bewußte Opposition gegen die PH., wenn sie dieselben dann auf dem Aermel ihres Oberkleides zur Schau stellten. — Vergleicht man aber Soperirn 1. 9, wo von dem sadokäischen Könige Janäus Alexander erzählt wird, er habe eine Torarolle gehabt, in welcher alle Gottesnamen in Gold ausgeführt waren, und die deshalb von den PH. für unbrauchbar erklärt wurde, so ist es wahrscheinlicher, daß unter Hisonim hier die Sadokäer zu verstehen sind. Der Name ist vielleicht absichtlich gewählt, um sie als Auß ensteh ende zu kennzeichnen, welche auf Aeußerlichkeiten das Hauptgewicht legten und ihre Prunksucht selbst in den Gottesdienst hineintrugen. 1) Ex. 13, 9,

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