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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 66

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 66 (sequence 69)
Language
German
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m Eduard Baneth scheidungen bezieht, ״die sich in der Schrift nicht finden", daß vielmehr die späteren Amoräer, denen offenbar die genaue Kenntniß aller Streitpunkte zwischen PH. und S. abhanden gekommen war, den Grundsatz hatten, diese hätten alles bestritten, was sich nicht aus der Bibel Nachweisen ließ. Von diesem Grundsatze ausgehend, bemühen sie sich durch deduktive Rückschlüsse festzustellen, was die S. zugegeben haben und was nicht. Der Fragesteller macht in der Diskussion niemals den Einwand: Dieses oder Jenes haben ja die S. anerkannt, sondern jedesmal nur: Dieses oder Jenes mußten sie doch wohl anerkannt haben, da es in der h. Schrift angedeutet steht (חא בתיבא), worauf denn der Antwortende von der früher» Behauptung abgeht und eine neue Vermuthung über den Gegenstand ihres Widerspruchs auf's Gerathewohl wagt, um sie aus demselben Grunde (הא נמי כתיבא) bald wieder fallen zu lassen, bis er endlich eine Nüance ausfindig macht, die sich in der Schrift nicht angedeutet findet. Freilich ist der Ausdruck ״Angedeutet" ein sehr dehnbarer, und man kann vielleicht darüber streiten, ob die S. auch wirklich alles das anerkannt haben, was nach Ansicht der Amoräer in der Bibel angedeutet steht; darüber aber kann gar kein Zweifel sein, daß der Talmud wenigstens der Ansicht war, die S. hätten sich lediglich an den Text gehalten und der mündlichen Ueberlieferung keinen Werth beigelegt. Auch lassen die Worte: עמדו ופרשו מן התורה in der Eingangs angeführten Stelle aus den Ab. d. R. N. keine andere Auffassung zu als die, daß Sadokäer und Boöthosäer sich von der Lehre, wie die PH. sie auslegten, also von der überlieferten Interpretation der h. Schrift lossagten. Von den Boöthosäern werden übrigens im Glossar zu Mgillat Ta'mit vier Punkte berichtet, in denen sie die pharisäische Schriftauslegung zu Gunsten des einfachen Wortsinnes verwerfen. Sie erklären 1השבת) als Sabbat im engem Sinne und nicht als Feiertags), nehmen die Worte: ״Auge um Auge, Zahn um Zahn'") wörtlich. 1) Lev. 23. 11. 2) K. 1 §. 2. vgl. Hagiga II. 4. 8) Exod. 21. 14.

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