Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 9 (1882)
- Issue
- 1 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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56 Recensionen. berücksichtigt Hütte, so ivürde er gesunden haben, daß der in München vorhandene Raschi-Codex auch einen Plural Tropen kennt. — Für die Untersuchung des Deutschen bei den slavischen Juden, denen der Vers, zu verschiedenen Malen seine Aufmerksamkeit zuwendet, sei bemerkt, daß sich in ihren Traditionen wie noch in der Umgangssprache unter der ältern Generation ganz bedeutende Reste aus der mittelhochdeutschen, nicht wenige auch aus der altdeutschen Sprache erhalten haben. Wie wenig dies bekannt ist, geht aus Folgendem hervor. Als vor etwa zwei Iahren ein süddeutscher Gelehrter mit Unterstützung der Regierung eine Reise nach den Grenzprovinzen von Deutschland und Rußland unternahm, um die Existenz der noch vorhandenen Reste altdeutscher Sprachformen und Ausdrücke festzustellen, dachte man nicht daran, daß gerade bei den dortigen Juden, und noch weiter in Polen und Rußland hinein, die ergiebigste Quelle für jene Untersuchungen zu finden sei. Man braucht nur einige Minuten bei einem ihrer Dispute über talmudische Themata anwesend zu sein und man wird sicher eine ganze Anzahl von Wörtern aus der mittelhochdeutschen Sprache heraushören. Schon das im Feuer der Rede sehr oft, fast nach jedem Worte wiederholte Ot I Ot!, mit welchem jede Unterbrechung und jeder Widerspruch des Gegners abgewehrt werden soll, ist nach Schweller, bairisches Wörterbuch S. 177 ein acht deutsches Wort in der Bedeutung von halt! — Bei der Behandlung des Wortes Botenbrod für Botschaft (S. 99) war auf Zunz, gef. Schriften, Band 3 S. 288 hinzuweisen, wie auch die dort S. 287 gegebenen Belege aus dem Jüdischdeutschen eine Berücksichtigung verdienten. Auch auf Pasqua bei Raschi zu Exodus 12, 11 hat Zunz bereits 1822 in der Raschi-Biographie S. 287 aufmerksam gemacht. Wie aber Berliner in seiner kritischen Raschi-Ausgabe z. St. nachgewiesen, gehört die betreffende Erklärung gar nicht Raschi an, sie stammt vielmehr aus einer später» Zeit. Für Schalet (S. 263) Hat Berliner in feiner Schrift ״Aus dem innern Leben der deutschen Juden im Mittelalter" S. 55 ältere Quellen angegeben, als Zunz in den gottesdienstl. Vorträgen S. 441 Nachweisen konnte. Die Schreibung שאליט berechtigt zur Annahme, daß es mit dem alifranzösischeii ehaki, heute ckaud, zusammenhängt. Bei der