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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 55

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 55 (sequence 58)
Language
German
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Recensionen. 55 Werke näher zurüäzukommen, so geschieht es einerseits, um eine, wenn auch nur annähernde Vorstellung von dem Reichthum und der Fülle zu geben, die geboten wird, anderseits, um manche Ergänzungen anzudeuten, von denen der gelehrte Verfasser im zweiten Bande, welcher die jüdisch-deutsche Literatur in den slavischen Ländern, die Uebertragung nichthebräischer Schriften u. m. A. behandeln wird, vielleicht noch Gebrauch machen könnte. Verf. erklärt S. 32 das bei den Juden gebräuchliche Wort leien (leinen) ganz richtig unter Heranziehung von Ferdinand Wolf; es verdient aber eine speziellere Darstellung. Denn wir haben hier einen bis in die älteste Zeit der deutschen Sprache und ihrer Abzweigungen hinaufreichenden Ausdruck für eine rein jüdische Spezies, welche die cantillirende Vortragsweise sowohl des Sch'magebetes als in der Thora und auch beim Talmudstudium bezeichnet. Das Wort ist bisher unerklärt geblieben. Ferd. Wolf in seinem klassischen Werke über die Lais sagt: ״Von 1155 an bis zu den Troubadours des I3ten Jahrhunderts finden wir den Namen Lais nicht bloß von jenen epischen Liedern oder erzählenden Gedichten, sondern in der ganz allgemeinen Bedeutung von Lied, Weise, Gesang, Ton überhaupt gebraucht. Es ist das anglo-normandische und altfranzösische Lai, Lay oder Lais, das angelsächsische Ley, d. h. Gesang und mittelenglische Lay, in denen sich die ursprüngliche allgemeine Bedeutung der keltischen Stammwörter von Ton, Gesang, Gedicht überhaupt erhalten hat." Das ursprüngliche leien, wie es sich in älteren jüdisch-deutschen Schriften noch findet und das in der später» Umgangssprache in lei(e)nen übergegangen ist, bedeutet also singen; denn außer dem Sch'ma und den Perikopen der Thora wurde auch der Talmud singend vorgetragen, wie in der That bekannt ist, daß auch die Mischna mit Tonzeichen versehen war, und, wovon Referent durch Autopsie sich überzeugt hat, die Bibliothek in Parma zwei ganz alte Mischna-Handschriften mit Accentuationszeichen bewahrt. Diese Cantilation der Accente wird Trop genannt und ist mit tropus bei du Cange 8. v. in der Kirchenmusik in Verbindung zu bringen, was dem Verf. nicht unbekannt geblieben war (S. 32). Wenn er aber auch die Anführungen bei Berliner, die deutschen Juden im Mittelalter S. 31

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