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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 32

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 32 (sequence 35)
Language
German
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32 Eduard Baneth anknüpfend an den dritten Spruch der großen Synagoge: ״Machet einen Zaun um die Lehre"/) die Schulhäupter auf diejenigen Punkte aufmerksam zu machen, welche keinen genügenden Rückhalt an dem geschriebenen Gottesworte haben und daher den Angriffen der Gegner der Tradition die meisten Blößen darbieten. Es liegt hierin die Aufforderung an die Rabbinen, gerade auf diese ihr Hauptaugenmerk zu richten, den Damm an jenen dem Angriff am meisten ausgesetzten Stellen zu verstärken und zu befestigen, und wenn möglich die in der Luft schwebenden oder nur an einem Haare hängenden Ueberlieferungen an das Schristwort anzulehnen, eine Aufgabe, die in der That im Laufe der Zeit Dank der fadokäischen Opposition immer mehr die hervorragendsten Häupter der pharisäischen Partei beschäftigtes und, einmal in Fluß gerathen, nicht eher zum Stillstand kam, bis sie durch einen der großartigsten Denker der Nation, durch '^kiba, mit großer Meisterschaft gelöst wurde/) Die folgende Notiz (II. 1.) scheint wieder an den zweiten Spruch der großen Synagoge anzuknüpfen. ״Bildet viele Schüler aus," sagten die Männer der großen Synagoge; dem gegenüber werden hier drei Punkte hervorgehoben, welche sich für den öffentlichen Vortrag vor einer gemischten Zuhörerschaft nicht eignen: die Ehegesetze, die Schöpfungsgeschichte, der himmlische Thronwagen. Diese erfordern eine ganz besondere, ihrer delikaten Natur angemessene und je nach dem verschiedenen Fassungsvermögen der einzelnen Hörer verschiedene, adäquate Behandlung, vor Allem aber eine gründliche Besprechung, wie sie nur in einem intimen Gedankenaustausche zwischen Lehrer und Schüler möglich ist; denn gerade hier ist Halbheit und Oberflächlichkeit gefährlicher als Unwiffenheit und Unkenntniß. Namentlich gilt dies von kosmogonischen und theosophischen Materien. Die Pharisäer waren keine Feinde philosophischer Spekulation. Das Nachdenken und Forschen über ihre höchsten Probleme haben sie keineswegs per- 1) Abot 1. 1. 2) S. M°gillat Ta'«nkt K. 10 (§. 24). 3) M-nahot 29b Z. 12; B-korot 6b Z. 15. Ab. d. R. N. K. 6.

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