Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 9 (1882)
- Issue
- 1 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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lieber den Ursprung der Sadokäer und Bostbosäer. 31 welcher er sie auf jenem alten Blatte vorfand, hier aufgenommen hat. Daher auch die vielen sprachlichen Härten und sthlistischen Unebenheiten, daher die Dunkelheit des Ausdrucks! Für den Zweck, dem jene Notizen dienen sollten, als Anhalts- und Stützpunkte für das Gedächtniß, waren z. B. die Worte ,לסמך שלא לסמך (ergänze: את הידים על הקרבן ביום טוב) in M. 2. vollkommen ausreichend; der Verfasser wußte, was er sich darunter zu denken habe. Dem Fremden, Uneingeweihten aber sind sie ganz und gar unverständlich, und selbst für den Kundigen, der mit diesem Kunstausdruck für das Auflegen der Hände auf das Haupt eines darzubringenden Opfers (nach Levit. 1. 4. u. 3. 2,13.) vertraut ist, so unklar und vieldeutig, daß schon verhältnißmäßig früh, schon unter zwei Tanaiten ein Streit darüber entstehen konnte, ob das Handauflegen überhaupt oder nur an Festtagen gemeint sei?) Diese Kürze des Ausdrucks ist charakteristisch und daher ein selten täuschendes Merkmal hohen Alters. Für ein Lehrbuch, wie es die Mis'na ist, wäre eigentlich Klarheit und Unzweideutigkeit eine berechtigte, unerläßliche Forderung. Dennoch nahm Hillel die alten Aufzeichnungen unverändert auf, einerseits aus jener Pietät oder Gewissenhaftigkeit, welche anordnete, die Lehren der Vorgänger wortgetreu tviederzugeben,2 3) andererseits weil Kürze der Darstellung bei möglichster Deutlichkeit und Präzision des Ausdrucks dem Schüler gegenüber, dessen Gedächtniß man nicht zu sehr belasten durfte, als Haupterforderniß galt/) und die Mis'na im Grunde nicht ein Gesetzeskodex sein sollte, sondern nur ein Kompendium, dazu berufen, dem Lehrer als Grundlage für den mündlichen Vortrag zu dienen, dem Schüler die Aneignung des Gehörten zu erleichtern, seinem Gedächtniß zu Hilfe zu kommen. Diesem Umstande verdanken wir es, daß uns hier, einige alte, sehr werthvolle Notizen in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten sind. Die erste dieser Aufzeichnungen (I. 8.) verfolgt den Zweck, 1) Bssa 20». 2) 1®bujot I. 3. B^korot 5 a u. 0. 3) Pesahim 3b Hottn 63b; vgl. Maimum's Komm, zu Abot I. 16.