Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 9 (1882)
- Issue
- 1 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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26 Eduard Baneth und läuternd, und zu diesen Wenige» gehörten sicherlich die Schriftgelehrten, deren geübter, lichtgewohnter Blick, ungeblendet von dem Glanz der neuen Lehren und dem Scheine von Wahrheit, welchen griechische Dialektik selbst dem Jrrthum zu geben wußte, Wahres von Falschem zu unterscheiden vermochte. Sie machten es wie R. Mei'r in jener Erzählung;*) sie warfen die Schale weg, nachdem sie den Kern herausgeschält, den sie im Lichte des geoffenbarten Gotteswortes als echt befunden hatten. Wir haben zwar keine bestimmte Nachricht darüber, daß die Rabbinen jener altersgrauen Zeit physische und metaphysische Spekulation getrieben haben; bei der Spärlichkeit, mit der die Quellen aus jener Zeit fließen, ist es auch gar nicht anders zu erwarten. Aber eine Andeutung hat sich doch erhalten in einer bisher noch zu wenig beachteten Misna. In H°g1ga II. 1 heißt es: ״Man trägt die Ehegesetze nicht Dreien zugleich vor, die Schöpfungsgeschichte nicht Zweien zugleich und die Beschreibung des ״Wagens" (J°hezk°ßl K. 1. u. 10.) nicht einmal Einem, es sei denn, daß er die nöthige Vorbildung und ein selbstständiges Auffaffungsvermögen besitzt. Wer über drei Dinge grübelt, für den wäre es besser, er wäre gar nicht auf die Welt gekommen sod. (ראוי [רתוי לו באלו לא בא לעולם): was oben, was unten, was vorher, was nachher; und wer nicht Rücksicht nimmt auf die Ehre seines Eigners (קונו) , für den wäre es besser, er wäre gar nicht auf die Welt gekommen (״.(רתוי לו שלא בא לעולם Diese Mis'na verräth sich dem ersten Blick als eine der ältesten in der ganzen Sammlung. Der an dieser Stelle und in diesem Zusammenhänge sehr schwierige Ausdruck ראוי,*) die noch schwierigere, zweifellos aber bessere 1) Das. 15 Ta Mitte. 2) ראוי heißt sonst: würdig geziemend, fähig.; hier fordert der Sinn die Bedeutung: gut, angenehm, wünschenswerth. Prof. Krehl denkt hier an das syrische א״; רעא für ״ע, schreibt er, ״macht keine große Schwierigkeit. ארעא bedeutet: er wünscht, hält für wünschenswerth; ראוי könnte demnach bedeuten: wünschenswerth. Freilich wäre die Bildung immerhin merkwürdig, doch kommen derartige Bildungen mit ü nach dem zweiten Radikal auch im Shr. vor, in ganz ähnlicher Bedeutung wie die Form z. B. רחום geliebt, סגוא gehaßt ivgl. שםועתא Gerücht, eig. das, was gehört wird, 2^א eig. wohl die von Anderen Getrennte, in Abgeschiedenheit Gehaltene, die