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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 22

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 22 (sequence 25)
Language
German
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22 Eduard Baneth Fall bei der an diese Voraussetzungen geknüpften Schlußfolgerung, daß ״A. d. R. N. nun gar nicht in Betracht kommen kann".') Warum nicht? Gesetzt auch, dies alles wäre nichts als Kombination, hat diese dann nicht wenigstens den Werth einer freilich nicht sehr geistreichen, noch weniger kunstvollen, dafür aber desto wahrscheinlichem Hypothese, die ernstlich erwogen und widerlegt zu werden verdient? Giebt sie nicht die einfachste, naheliegendste Antwort auf die Frage: Wer war jener Sadok, auf den der Name Sadokäer unstreitig hinweist? Oder ist es rationeller, ihn mit jenem Hohenpriester zu identifiziren, der fast ein Jahrtausend früher gelebt und der ebensowenig wie seine Nachkommen, die B°n6 Sadok, in irgend einer nachweisbaren Beziehung zu den Parteibestrebungen der Sadokäer stand? Empfiehlt es sich nicht viel mehr, ihn lieber als einen uns sonst unbekannten Mann hinzustellen, der in den Parteikämpfen zwar keine besonders hervorragende Rolle spielte, weil sonst sein Name schwerlich so ganz untergegangen wäre, der aber begabt und vermöge seines Wissens einflußreich genug war, unter günstigen Vorbedingungen den ersten Anstoß zu einer immer weiter sich verbreitenden, immer tiefer eingreifenden Bewegung zu geben und demgemäß in den ersten Anfängen dieser Bewegung oder kurz vorher gelebt haben muß? Hat diese einfachste, natürlichste Lösung darum an Werth verloren, weil die A. d. R. N. sie geben? Freilich setzt diese Quelle, wie bereits erwähnt, die beiden Urheber der Spaltung zwei Generationen vor Beginn derselben und das ist, wie ich glaube, die einzige Schwierigkeit, die in diesem Berichte zu denken giebt. Es ist klar, daß Sadok und Boöthos nicht gelebt haben können, als die Fluthen der Bewegung, durch wilde Parteileidenschaft stürmisch aufgeregt, bereits so hoch giengen, daß sie Menschenopfer forderten; aber ebenso klar scheint es, daß sie nicht zwei Generationen vor ihren ersten Anfängen gelebt haben können. Wenn sie es nicht waren, welche Irrlehren in die Herzen ihrer Schüler pflanzten und die Keime religiöser Zwie- 1) Die Pharisäer u. s. w. S. 47.

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