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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 13

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 13 (sequence 16)
Language
German
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Ueber den Ursprung der Sadokäer und Bosthosäer. 13 dem der Nibdalim, also waren die Nibdalim die Partei der Pharisäer. Die geschichtliche Ueberlieferung ist hierbei Nebensache." Fast fühlt man sich versucht, diese Worte für reine Ironie zu halten; doch sind sie purer Ernst. Die historische Ueberlieferung in den Büchern 'Ezra und N'hemja, welche, wie W. selbst weiter ausführt, als Theile der Chronik einerseits auf 'Ezra's Seite siehen, andererseits mit höchster Verehrung an den Nachkommen Sadok's hängen, und auch davon abgesehen, keinen Zweifel darüber lassen, daß auch die Erzpriester sich wohl oder übel auf den Boden der Nibdalim stellen mußten, wenn sie nicht überhaupt den Boden verlieren wollten — diese geschichtliche Ueberlieferung, welche bei den Namen Nibdalim und B°ne Sadok an zwei Parteien, geschweige denn an einen Antagonismus zwischen beiden zu denken verbietet, ist ihm wirklich nur Nebensache. Hauptsache ist ihm, daß die Namen stimmen. Aber nicht einmal das ist richtig. Der Satz: ויאכלו בני ישראל השביס מהגולה וכל הנבדל מטמאת גויי הארץ אלהם לדרש ליוי אלה׳ ישראל ('Ezra 6, 21), den Geiger merkwürdigerweise als Stütze für seine Behauptung anführt, läßt wohl keinen Zweifel darüber, daß die Nibdalim nicht P'rusim waren, sondern P r o s e l y t e n, die sich zum Judenthum bekehrt hatten. Es bleibt also als Anhaltspunkt für Geiger's Hypothese nichts mehr übrig als das ״Bewußtsein, daß der Priesteradel von Zadok sich ableite", ein Bewußtsein, das sich angeblich in der Chronik ״sehr lebendig und triebvoll" äußern soll. Nach alle dem dürfte es jedoch nur Wenige geben, die mit W. so bescheiden sind in^ihren Ansprüchen, daß sie sich an diesem Bewußtsein genügen ließen. Aber selbst wenn man es über sich gewinnen könnte, sich hierbei zu beruhigen, selbst wenn man sich, um nicht allzuschwierig zu sein, überreden könnte, daß trotzdem die ganze Hypothese nunmehr nur noch an diesem einzigen dünnen Faden hängt, die Forderung eines streng wissenschaftlichen Nachweises für die Kontinuität des Namens B'nö Sadok in der nachexilischen Literatur — von dem Namen der Nibdalim gar nicht zu reden — ebenso unbillig und unberechtigt ist, wie sie nach W.'s eigenem Geständniß unerfüllbar ist, so befände man sich immer noch den drei von Derenbourg vorgebrachten Gegen-Argumenten gegenüber,

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