Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 9 (1882)
- Issue
- 1 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Eduard Baneth Händen gewesen sein, nur daß wir sie auf ihr rechtes Maaß lind ihre rechte Bedeutung zurückführen müssen. Die Anlehnung der Aboth Nathan's an den Spruch des Antigonos aus Socho scheint hier im Ganzen das Richtige zu treffen." Nur daß die Sadokäer nicht, wie aus jener Quelle hervorgeht, den Satz mißverstanden oder gar mißdeutet und mißbraucht haben; sie blieben vielmehr der praktischen Frömmigkeit, wie jener Spruch sie lehrt, treu, grübelten nicht über gerechte Vergeltung, glaubten gar kein Recht auf eine weitere Belohnung zu haben und unterschieden sich also in dieser Frage nur dadurch von den Pharisäern, daß sie die Lehre von der Auferstehung nicht so entschieden wie diese betonten, sondern ״kühler diese Fragen in den Hintergrund treten ließen, ohne die dogmatische Behauptung entschieden zu verwerfen/") Freilich erzählt jene Ueberlieferung von der Anlehnung an den Antigone'jschen Allsspruch in Uebereinstinrmung mit Josephus das gerade Gegentheil von dem, was G. als Differenz zwischen Pharisäern und Sadokäern hinstellt. Das thut aber nichts. Sie haben sich eben beide geirrt. Die Sadokäer können Auferstehung und Vergeltung nicht geleugnet haben, weil sonst die G.'sche Hypothese einen argen Stoß erlitte, und so bleibt denn von der ganzen Ueberlieferung als historischer Kern nichts weiter übrig, als die Zurückführung auf zwei Namen, nur daß es nicht die rechten sind, und die Anlehnung an den Ausspruch des Antigonos, nur im entgegengesetzten Sinne. Und da behauptet Geiger noch fast in demselben Athemzuge, daß Akkomodation und Absicht alls Josephus hervorleuchten. Wir werden später auf diese eschatalogische Grunddifferenz noch zurückkommeu müssen; für jetzt genügt es uns, konstatirt zir haben, daß Geiger innere Gründe für die Ungeschichtlichkeit unserer Quelle nicht vorgebracht, daß er ihr vielmehr einen, wenn auch äußerst dürftigen, unter seinen Händen stark zusammengeschrumpften, historischen Kern eingeräumt hat, und daß Josephus sich mit ihr in Uebereinstimmung beftndet. Dagegen ist G.'s Hypothese schlagend widerlegt worden von Derenbourg in seiner 1) Urschrift S. 131 f.