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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 8

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 8 (sequence 11)
Language
German
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8 Eduard Baneth Aufwand von Scharfsinn und Gelehrsamkeit von diesem Gesichtspunkte aus zu beleuchten versucht. Er hat den ganzen kritischen Apparat zu diesem Zwecke in Bewegung gesetzt, etliche Theile und ganze Bücher der heil. Schrift je nach Bedürfniß bald dieser, bald jener Epoche zugeschrieben, überall Spuren des Antagonismus zwischen Sadokiten und Nibdalim und überall Anhaltspunkte gesucht und natürlich auch gefunden, namentlich die anscheinend so Harmlosen, unschuldigen Wörter צדיק ,צדק und צדיקים zu Parteibe- Zeichnungen voll bitterer Ironie gestempelt *) und in weiterer Konsequenz als Leitfaden zur Auffindung saddukäischer Spuren fast bis zum Uebermaße ausgebeutet; er hat mit emsigem Fleiße das Kleinste, Geringfügigste, Unscheinbarste und Verschiedenartigste, kurz alles zusammengetragen, was nur irgend zu verwerthen war, hat es mit kunstfertiger Hand zu einer wunderbaren Mosaik zusammengefügt und so einen großartig angelegteil Bau aufgeführt, der nur den einen Fehler hat, daß er der festen, sichern Grundläge entbehrt und deshalb unter der eigenen Wucht um so eher zusammenstürzen inußte, je gewaltiger und je kunstvoller er war. In der That hat die Geiger'sche Hypothese wenig Allerkennung, noch weniger Zustimmung gefunden; spätere Geschichtsschreiber haben sie theils ignorirt, theils verworfen, bis sie in letzter Zeit von Wellhausen1 2 3) wieder ausgenommen und adoptirt, von Taylor aber mit dem Berichte in den A. d. R. N. zu einer neuen, vermittelnden Hypothese verschmolzen wurde, welche mit G. den Ursprung der Saddukäer auf den Hohenpriester Sadok zuriickführt, ihre Grundsätze aber mit A. d. R. N. in einer später» Periode und zwar durch das Eindringeil griechischer Denkungsweise eine neue Färbung annehmen läßt. Ich bezweifle, ob G. dies überhaupt in Abrede gestellt hat; jedenfalls kann er unter solchen Bedingungen sich eine Aussöh- 1) So ist ihm, um nur ein Beispiel anzuführen, דוצדיק (Jcs. 57, 1.) der sadokitische Fürst; er wird צדיק genannt mit deutlicher Beziehung auf die Partei und ironischer Anspielung auf seinen nichts weniger als ״gerechten« Lebenswandel. Den entsprechenden Ausdruck im zweiten Satzgliede —!אנשי ווםד — übersetzt er: ״Die gnädigen Herren״ (<!) 2) Die Pharisäer und die Saddukäer, Greifswald 1874. 3) Sayings of the Jewisli fathers, Cambridge 1877. Exc. XII. S. 128.

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